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Cristian Macelaru | Dirigent
© Jörn Neumann

WDR Sinfonieorchester

Konzert | Dvorák & Rachmaninow | Kölner Philharmonie

Augustin Hadelich, Violine
Cristian Macelaru, Dirigent


Antonín Dvorák (1841 - 1904)
Konzert für Violine und Orchester a-Moll op. 53 B 96/108

„Sie sehen also, dass ich nicht zu denjenigen gehöre, die nur recht bald reich sein wollen und durch dies übermäßig schnelle Arbeiten leider zu oft ihren Werken den Mangel an künstlerischer Gediegenheit anhaften lassen“ So schrieb Dvorák am 18.3.1879 an seinen Berliner Verleger Simrock. Den von ihm befürchteten „Mangel an künstlerischer Gediegenheit“ versuchte Dvorák dadurch zu kompensieren, dass er sich immer wieder des Rates erfahrener Fachleute versicherte. So war es auch für den vor allem durch seine Slawischen Tänze mittlerweile hochberühmten Komponisten fast selbstverständlich, den Rate eines Fachmannes einzuholen, als er 1879 von seinem Verlag mit der Komposition eines Violinkonzertes beauftragt wurde. Der von ihm ausgewählte Fachmann war kein geringerer als der komponierende Geigenvirtuose Joseph Joachim (1831-1907), der zwei Jahre zuvor schon seinem Freunde Johannes Brahms bei der Komposition von dessen Violinkonzert zur Seite gestanden hatte. Bereits Ende des Jahres schickte Dvorák die im Sommer fertiggestellte Partitur an Joachim, versehen mit einer diesem ausdrücklich zugedachten Widmung. Das Werk scheint Joachim jedoch eher missfallen zu haben, denn Dvorák arbeitete es um, und zwar so gründlich, dass er – wie er selbst an Simrock schrieb – „nicht einen einzigen Takt“ beibehielt. „Das ganze Concert bekommt jetzt andere Gestalt. Die Themen habe ich behalten, auch einige neue hinzucomponiert. Aber die ganze Conception des Werkes ist anders. Harmonisation, Instrumentirung, Rhytmus, die ganze Durchführung ist neu.“ Aber immer noch war Joachim nicht zufriedengestellt: „Wenn auch das Ganze eine sehr violinkundige Hand verräth, so merkte man doch Einzelheiten an, dass Sie seit längerer Zeit nicht selbst gespielt haben.“ So schrieb er an Dvorák und machte sich nun selbst an die Einrichtung der Violinstimme. Mit seinem Hochschulorchester spielte er dem Komponisten, der eigens dafür nach Berlin gereist war, das Werk in dieser Fassung vor. Und unter dem Eindruck dieser Aufführung nahm Dvorák erneut Änderungen an der Partitur vor. Am 14. Oktober 1883 fand endlich die Uraufführung des Violinkonzertes statt. Allerdings übernahm nicht Joachim den Solopart, sondern ein weitgehend unbekannter Geiger. Fast scheint es, als hätten Joachims Vorbehalte dem Dvorákschen Violinkonzert bis in unser Jahrhundert Abbruch getan. Jedenfalls stand es lange im Schatten des scheinbar übermächtigen Cellokonzertes in h-Moll, aus dem es erst hervorgetreten ist, seitdem eine Reihe jüngerer Solisten dieses klangschöne Werk in ihr Repertoire aufgenommen haben. In seiner dreisätzigen Form orientiert sich Dvoráks Violinkonzert weitgehend an den klassischen Modellen der Gattung, doch im Detail beschreitet der Komponist durchaus eigenständige Wege. So stellt der erste Satz (Allegro ma non troppo) in formaler Hinsicht eine eigentümliche Mischung aus Sonatenhauptsatz- und Rondoform dar. Die Exposition wird beherrscht durch ein zweiteiliges Hauptthema. Der markante Vorderteil erklingt im Tutti des Orchesters, während der kantable Nachsatz dem Soloinstrument anvertraut ist. Den Mittelteil des Satzes bestimmen musikalische Gedanken, deren freie Behandlung dem Konzept eines Rondos nahe stehen. Die Reprise ist stark verkürzt, und nach einer knappen Kadenz des Solisten leitet ein kurzes Zwischenspiel ohne Pause über zum langsamen Satz (Adagio ma non troppo), der in der Tonart F-Dur steht. Der Gegensatz zur Bewegtheit und Leidenschaftlichkeit des Kopfsatzes könnte kaum größer sein. Schon das vom Soloinstrument in tiefer Lage vorgetragene Hauptthema des Satzes strömt eine wunderbare Ruhe aus. Nur zweimal wird diese Grundstimmung unterbrochen durch etwas bewegtere Zwischenspiele.
Der Finalsatz in A-Dur (Allegro giocoso, ma non troppo) weist in formaler Hinsicht eine ähnliche Unentschiedenheit zwischen Sonatenhauptsatz und Rondo auf wie der Kopfsatz. In den hohen Lagen setzt das 3/8-Thema ein. Synkopen betonen den Charakter des böhmischen Tanzes. Verschiedene Umwandlungen dieses Themas beherrschen den Satz, bis eine Dumka (molto expressivo) dazwischentritt. Die Dumka, das dominierende Formschema in Dvoráks berühmtem Dumky-Trio, op. 90, ist ein balladenhaftes, getragenes, ja klagendes Volkslied, das ursprünglich in der Ukraine beheimatet war. Das rhythmisch-melodische Schema der Dumka hat Dvorák in vielen seiner langsamen Instrumentalsätze kunstvoll variiert, hier als verhaltenes Zwischenspiel im ansonsten heiteren Finale. Der synkopische 3/8-Rhythmus setzt nach dieser Episode wieder ein, wird von der Dumka ein zweites Mal unterbrochen und steigert sich dann zum schmetternden Ausklang des Werkes.
Aufführungsdauer: ca. 35 Min.

Sergej Rachmaninow (1873 - 1943)
Sinfonie Nr. 2 e-Moll op. 27

Die Sinfonie in e-Moll op. 27 komponierte Rachmaninow 1906/07 in Dresden. In Dresden fühlte er sich wohl. In den Jahren 1906 bis 1909 verbrachte der Russe jeden Winter in der sächsischen Stadt mit ihren prächtigen Barockbauten. Eine Villa am Stadtrand wurde zur Residenz gewählt, dort wohnte der Komponist mit seiner Ehefrau und zwei Töchtern. „Wir leben hier wie die Einsiedler: sehen niemand, kennen niemand und besuchen niemand“, berichtete Rachmaninow seinen Freunden in Russland. In dieser Abgeschiedenheit konnte er besonders gut arbeiten. Rachmaninows Zweite Symphonie entstand im Überfluss der Dresdner Eindrücke. Das Trauma vom Misserfolg der Uraufführung seiner Ersten 1897 in St. Petersburg steckte ihm noch tief in den Knochen. Im Vergleich zur ersten Sinfonie verfolgt Rachmaninow bei seiner 2. Sinfonie nicht die Entwicklung eines sinfonischen Kosmos aus einem einzigen Kernmotiv. Es wird hier also nicht nach dem Verfahren thematischer Durchstrukturierung vorgegangen, sondern es geht – wie auch bei dem zur gleichen Zeit entstandenen zweiten Klavierkonzert – um die Form sinfonischer Zusammenhänge mit Hilfe dynamischer Entwicklung. Das ist bereits in der Largo-Einleitung zu erkennen, die kaum mehr die traditionelle klassische Funktion hat, auf den folgenden Sonatensatz vorzubereiten, sondern mit ihren statischen Bläserklängen und ihren absteigenden und klangdynamisch verdichtenden Streicherlinien bereits den ersten sinfonischen Entwicklungsbogen darstellt. Der folgende Sonatensatz (Allegro moderato) präsentiert als Hauptthema einen schwelgerischen, weitgezogenen Streicherklang. Dementsprechend bildet das Seitenthema mit seinen Holzbläser-Terzen keinen Ausdrucksgegensatz, sondern es setzt, wie die als eine Art von 2. Seitenthema folgende Cello- Melodie, nur den schwelgerischen Ton fort. Der Durchführungsteil beschränkt sich auf weitere klanglich- dynamische Intensivierung und in der Reprise wird das Seitenthema nun zu höchsten Intensität gesteigert. Die Coda dagegen steht im Zeichen des Hauptgedankens, den Satz energisch, fast martialisch beschließend. Das folgende scherzo-hafte Allegro molto – ein fünfteiliges Rondo – wird durch thematisch- ausdrucksstarke Kontraste bestimmt. Das erste Thema hat geistvoll-launischen Charakter, das zweite ist wieder eine breite Streichermelodie. Im Zentrum dieses Satzes, der Wiedereinführung des ersten Themas, steht eine brillantes Fugato. Demgegenüber schwelgt das Adagio in gefühlvollem Dur. Kern des Satzes ist das gleich zu Beginn von den Geigen angestimmte und von der Klarinette fortgeführte langgesponnene Hauptthema. Trotz des späteren Einsatzes eines Motivs aus der Largo-Einleitung ist der Satz durch eine leidende Klanglyrik und einen um sich selbst kreisenden kalkulierten Gefühlsrausch geprägt. Das Finale zeichnet sich wieder durch kraftvolle Themen-Kontrastierung aus. Das Hauptthema wird von einem energischen Triolen-Rhythmus bestimmt, das breit angelegte Seitenthema der Violinen scheint sich zunächst zu verlieren. Die Durchführung wird von der triolischen Bewegung des Hauptthemas vorangetrieben, da

Kölner Philharmonie

Bischofsgartenstraße 1
50667 Köln

Linien 5, 12, 16, 18 sowie S-Bahnen S6, S11, S12, alle Nahverkehrszüge und die Busse 132, 170, 250, 260 und 978 bis Dom/Hauptbahnhof

Die Eintrittskarte ist Fahrausweis im erweiterten VRS-Netz (2. Klasse) ab 4 Stunden vor der Veranstaltung bis 10:00 Uhr des Folgetages.

September 2022

Fr
02.
Sep
Freitag, 02. September 2022 | 20:00 Uhr | Kölner Philharmonie

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Konzert | Dvorák & Rachmaninow

Cristian Macelaru | Dirigent | © Jörn Neumann
Freitag, 02. September 2022 | 20:00 Uhr | Kölner Philharmonie

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Samstag, 03. September 2022 | 20:00 Uhr | Kölner Philharmonie

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Cristian Macelaru | Dirigent | © Jörn Neumann
Samstag, 03. September 2022 | 20:00 Uhr | Kölner Philharmonie

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