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Alexander Melnikov | Klavier
© Julien Mignot

Kammerorchester Basel

Konzert | Robert Schumann | Kölner Philharmonie

Alexander Melnikov, Klavier
Heinz Holliger, Dirigent und Oboe


Robert Schumann( 1810-1856)
Der in Zwickau geborene Sohn eines Buchhändlers und Verlegers trat als Zehnjähriger zum ersten Mal öffentlich als Pianist auf. Neben seinem Jurastudium wurde Schumann Klavier- und Kompositionsschüler bei Friedrich Wieck, dessen künstlerisch hochbegabte Tochter Clara Wieck später gegen den Willen des Vaters seine Frau wurde. Reisen in die Schweiz und nach Italien führten Schumann mit berühmten Virtuosen seiner Zeit zusammen und festigten seinen Entschluss, nun doch die musikalische Laufbahn einzuschlagen. Die angestrebte Karriere als Pianist musste er allerdings aufgeben, da er sich durch verkehrtes Training eine Versteifung der rechten Hand zugezogen hatte. Stattdessen widmete er sich ganz der Komposition und der Musikkritik, etwa im Rahmen der 1834 von ihm mitbegründeten „Neuen Zeitschrift für Musik“. 1850 wurde Schumann als städtischer Musikdirektor nach Düsseldorf berufen. Doch schon 1854 musste er dieses Amt wieder niederlegen, weil sich ein bereits früher aufgetretenes Nervenleiden immer stärker bemerkbar machte. Seine beiden letzten Lebensjahre verbrachte er nach einem missglückten Versuch der Selbsttötung in geistiger Umnachtung in der Nervenheilanstalt in Endenich bei Bonn.

„Hermann und Dorothea“ – Ouvertüre h-Moll op. 136 für Orchester
Schumann, ein vorzüglicher Kenner der Literatur, war immer wieder auf der Suche nach geeigneten Opernstoffen, und seine ästhetischen Ansprüche an mögliche Textvorlagen waren dabei hoch. An Goethes „Faust“ hat er sich ebenso versucht wie an Schillers „Braut von Messina“, an Lord Byrons „Manfred“, an Shakespeares „Julius Caesar“ oder an Friedrich Hebbels „Genoveva“. Die Ergebnisse waren in einigen Fällen durchaus wirkungsvolle Ouvertüren, denen dann allerdings keine weiteren Vertonungen folgten. Ein solcher Fall ist auch die Ouvertüre zu Goethes Versepos „Hermann und Dorothea“, aus dem Schumann ursprünglich ein Singspiel hatte machen wollen. 1797 hatte Goethe das in Hexametern verfasste „bürgerliche“ Epos abgeschlossen, das sich mit einem für die Zeit typischen Schicksal befasst, nämlich mit der Flucht aus den vom revolutionären Frankreich besetzten Gebieten. Es geht um ein Emigrantenschicksal: Dorothea, die Emigrantin, begegnet Hermann, dem einheimischen Gastwirtssohn, und verlobt sich schließlich mit ihm. Goethe reicherte diese knappe und keineswegs sonderlich aufregende Episode mit einer Folge breit und behäbig erzählter Szenen an, in denen die agierenden Personen in ihrer bürgerlichen Umwelt genau platziert werden: der Wirt als herrischer, später erst sich fügender Vater, seine Frau als eine verständnisvolle und den Sohn unterstützende Mutter, der Apotheker und der Pfarrer des Ortes, schließlich das schüchtern liebende Paar, das eigentlich erst durch eine Reihe von Zufällen zueinanderfindet. Selbst Goethe-Liebhaber tun sich heute mit dieser deutschen Idylle, die im Homerischen Gewande daherkommt, einigermaßen schwer.
Schumann komponierte nun 1851 in Düsseldorf von einem geplanten Singspiel zu Goethes Versepos nur diese Ouvertüre. Für die Französische Revolution steht auch bei Schumann wie bei anderen Komponisten als Erkennungszeichen die „Marseillaise“. Eine Partituranmerkung des Komponisten erklärt ihre spezifische Funktion: „Zur Erklärung der in die Ouvertüre eingeflochtenen Marseillaise möge bemerkt werden, dass sie zur Eröffnung eines dem Goetheschen Gedichte nachgebildeten Singspiels bestimmt war, dessen erste Szene den Abzug von Soldaten der französischen Republik darstellte.“ Die Ouvertüre folgt dem formalen Schema des Sonatenhauptsatzes: Einem sanglichen und leicht melancholisch klingenden Hauptthema steht die Marseillaise als Seitenthema gegenüber. Die Durchführung konzentriert sich auf das Hauptthema und verwendet das Marseillaise-Thema nur kontrapunktisch. In der Coda erklingen noch einmal Fragmente dieses Themas und bringen damit den inzwischen erfolgten Abzug der französischen Truppen zum Ausdruck. Die Uraufführung der Ouvertüre erfolgte erst nach Schumanns Tod am 26. Februar 1857 im Leipziger Gewandhaus.

Introduktion und Allegro appassionato. G-Dur op. 92 für Klavier und Orchester
Vier Jahre, nachdem Schumann sein berühmtes Klavierkonzert op. 54 vollendet hatte, entstand in Dresden im September des überaus produktiven Jahres 1849 ein Konzertstück für Klavier und Orchester. Sicherlich war Clara Schumanns Wunsch nach einem weiteren konzertanten Werk ihres Mannes fördernd. Spontan bemerkte sie in ihrem Tagebuch über das frisch skizzierte Stück: „Ich freue mich sehr darauf, es zu spielen – sehr leidenschaftlich ist es, und gewiss werde ich es auch so spielen. Die Introduktion, die mir ganz klar geworden [...] ist sehr schön, die Melodie eine tief empfundene, – das Allegro muss ich erst noch genauer kennen, um einen vollkommenen Eindruck davon zu haben.“ Sie war dann auch die Solistin bei der Uraufführung des Konzertstücks im Leipziger Gewandhaus am 14. Februar 1850 unter der Leitung von Julius Rietz. Das Publikum zeigte sich wenig begeistert. Erst eine zweite Aufführung am 13. März 1851 im Geislerschen Saal in Düsseldorf, bei der Robert Schumann selbst dirigierte und seine Frau wiederum den Solopart übernahm, fand deutlich wärmere Resonanz.
Rhythmische Verschiebungen zwischen den einzelnen Stimmen führen in der Introduktion zu reizvollen echoartigen Effekten. Obwohl Schumann die Blasinstrumente fast solistisch exponiert, behält das Klavier als eigentliches Solo-Instrument durch seine ständig präsenten Akkordfigurationen die dominierende Rolle. Im „Allegro appassionato“ emanzipiert sich das in der Introduktion vorgestellte motivische Material zu regelrechten Themenbildungen. Elementare Bedeutung erlangt dabei das durch rhythmische Prägnanz und dynamische Akzente energisch auftretende Kopfthema. Als beinahe reines Klaviersolo erklingt ein kantables Seitenthema. Nach der konzentriert gearbeiteten Durchführung bestätigen sich im Schlussteil eine außerordentliche Symmetrie und motivische Geschlossenheit dieses Konzertstücks. In gewisser Weise realisierte Schumann hier jene Idee des Konzerts für zwei musikalisch eng ineinander verschränkte Klangkörper, wie er sie bereits im Januar 1839 formuliert hatte, als „ein Mittelding zwischen Sinfonie, Concert u. großer Sonate [...], kein Concert [...] für den Virtuosen.“

Konzert-Allegro mit Introduktion für Klavier und Orchester d-Moll / D-Dur op. 134
Zusammen mit einem neuen Flügel schenkte Schumann seiner Frau zu deren 34. Geburtstag am 13. September 1853 auch eine Reihe neuer Kompositionen, darunter das im Vormonat innerhalb weniger Tage entstandene Konzert-Allegro. Im November und Dezember desselben Jahres spielte Clara das Werk mehrmals auf der triumphalen Konzertreise des Ehepaares durch Holland. Und auch nachdem Clara das Konzert-Allegro am 23. Oktober 1854 im Leipziger Gewandhaus gespielt hatte, erschienen anerkennende Kritiken, die „von einem glücklich concipirten, geistvoll ausgeführten Tonstück“ sprachen, in dem „aus jeder Note Schumann’s Eigenthümlichkeit und Genialität in unverkürzter Frische und Anmuth entgegentritt“. Der junge Brahms, dem Schumann das Werk bei einem seiner zahlreichen Besuche in der Heilanstalt in Endenich gewidmet hatte, schätzte dieses Allegro nicht nur sehr hoch ein, sondern ließ sich von ihm auch für sein eigenes Komponieren in vielfältiger Hinsicht inspirieren.
Die langsame Introduktion hat improvisatorischen Charakter, ihre beiden Themen bleiben jedoch im folgenden Allegro, das nach dem Formmodell des Sonatenhauptsatzes angelegt ist, präsent, werden allerdings erweitert, wobei sich die Gewichte zugunsten des zweiten, lyrisch geprägten Themas verschieben. Die Durchführung ist relativ knapp gehalten. Zwischen Reprise und Coda schiebt der Komponist eine hochvirtuose Kadenz des Soloinstruments ein. Und die abschließende Coda erhält noch einmal ein neues Thema choralhafter Prägung.

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Kölner Philharmonie

Bischofsgartenstraße 1
50667 Köln

Linien 5, 12, 16, 18 sowie S-Bahnen S6, S11, S12, alle Nahverkehrszüge und die Busse 132, 170, 250, 260 und 978 bis Dom/Hauptbahnhof

Die Eintrittskarte ist Fahrausweis im erweiterten VRS-Netz (2. Klasse) ab 4 Stunden vor der Veranstaltung bis 10:00 Uhr des Folgetages.

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