Staatenhaus am Rheinpark, Saal 1

L'amour de Loin

Staatenhaus Köln
Foto: Jürgen Schulzki
Staatenhaus Köln
Foto: Jürgen Schulzki

Die Liebe aus der Ferne
Oper - Kaija Saariaho

Oper in fünf Akten in französischer Sprache
von Kaija Saariaho (*1952)
Libretto von Amin Maalouf
nach »La vida breve« des Troubadours Jaufré Rudel
Kölner Erstaufführung

Inszenierung: Johannes Erath
Bühne: Bernhard Hammer
Kostüme: Katharina Tasch
Video: Bibi Abel
Licht: Nicol Hungsberg

Personen der Handlung:
Jaufré Rudel, Prinz von Blaye und Troubadour
Clémence, Gräfin von Tripolis
Der Pilger

Zur Handlung:

1. Akt
Der aquitanische Troubadour Jaufré Rudel sitzt in seinem Zimmer und versucht Verse zu schreiben. Doch es gelingt ihm nicht so recht und er sehnt sich nach der Zeit, als er bei den Frauen beliebt und bei den Männern angesehen war. Diese Tage liegen in weiter Ferne und so schmerzt es ihn um so mehr, als in Freunde damit aufziehen. Er verteidigt sich und erwidert, dass er sich verändert habe. Er sei nicht mehr so wie früher, er wisse jetzt, dass er eine Frau suche, die an Schönheit, Bescheidenheit und Tugend einmalig sei. Mit dieser Beschreibung stachelt er seine Freunde nur noch mehr an ihn zu verspotten. Unbemerkt ist ein Pilger
eingetreten, der die Szenerie und die Ausführungen Rudels beobachtet hat. Nachdem die Freunde gegangen sind, erzählt der Pilger, dass er eine Frau in Tripolis gesehen habe, die genau den gewünschten Idealen entspreche. Rudel macht sich vor seinem geistigen Auge ein Bild von ihrer Schönheit. Er möchte nicht ihren
Namen wissen, steigert sich aber so sehr in seine Phantasie, dass er nicht bemerkt, dass der Pilger mittlerweile gegangen ist.

2. Akt:
In Tripolis weilt Clémence im Garten. Der Pilger tritt zu ihr und sie fragt, wem das Schiff im Hafen gehöre. Der Pilger berichtet von seiner Reise und seiner Begegnung mit Jaufré Rudel. Er trägt eines der Lieder vor und Clémence ist zutiefst gerührt. Sie erkennt, dass die Lieder Rudels von tiefer Sehnsucht nach ihr durchdrungen sind. Sie sinnt über die Verse nach und fragt sich, ob Rudel diese genau so geschrieben hätte, wenn er sie schon persönlich kennen würde.

3. Akt:
Der Pilger kehrt zu Rudel zurück und ermahnt diesen sich nicht zu sehr in seine Liebe zu der Unbekannten zu steigern, da man ihn sonst für verrückt halten könne. Im Gespräch gibt der Pilger zu, er habe der Angebeteten in Tripolis von ihrem fernen Verehrer erzählt, habe ihr sogar Lieder von Rudel vorgetragen. Dieser ist entsetzt, da er fürchtet, dass sowohl die Beschreibung seiner Person, als auch vielleicht nicht richtig vorgetragene Lieder ein ganz falsches Bild von ihm zeichnen könnten. Er beschließt die Dame in Tripolis persönlich kennenzulernen. Währenddessen sitzt Clémence in Tripolis und wiederholt die Verse, die sie vom Pilger gelernt hat. Sie fühlt sich so sehr zu dem Dichter hingezogen und es beschleicht sie eine gewisse Angst, ob sie Rudel als Mann so lieben könne, wie sie seine Worte und somit ihn als Dichter liebe.

4. Akt:
Jaufré Rudel und der Pilger sind auf der Überfahrt nach Tripolis. Für den Troubadour ist es das erste Mal, dass er sich auf eine solche Reise begibt und es ist ihm nicht so recht wohl. Der Pilger rät ihm sich zu entspannen und so schläft Rudel ein. Er träumt, er könne wie Jesus auf dem Wasser laufen und sieht in seinem Traum das Antlitz der vermeintlichen Geliebten. Doch als er auf sie zugehen will, verliert er seine Kraft und seinen Mut. Erschrocken wacht Rudel auf und auch das Meer wird unruhiger. Er bekommt es mit der Angst zu tun, der Pilger kann ihn jedoch beruhigen.

5. Akt:
Jaufré ist in Tripolis angekommen, doch er ist schwer erkrankt und bewusstlos. Man bringt ihn zu Clémence, die ihn bereits erwartet. Unter den Blicken der Geliebten öffnet er noch einmal die Augen. Er weiß, dass es nicht gut um ihn steht. Beide begegnen sich und kommen sich nahe - sie gestehen sich ihre Liebe. Doch plötzlich sinkt der Troubadour in sich zusammen und atmet nicht mehr. Clémence hadert mit ihrem Schicksal und mit Gott, der so etwas zulässt.

Zum Werk:

Kaaija Sariahos Werk wurde bei den Salzburger Festspielen 2000 uraufgeführt und seitdem immer wieder weltweit an verschiedenen Häusern gespielt. Drei Einspielungen liegen mittlerweile vor, wovon eine mit dem renommierten Grammy-Award ausgezeichnet wurde. Saariahos Werk erinnert nicht zuletzt durch Sprache und fünfaktige Anlage an Debussys "Pelleas et Melisande“, sondern, auch durch die mysteriöse, ferne Liebe. Durch das Suchen der Liebenden, durch das ungewöhnliche und tödlich endende Streben der Liebenden. Nicht zuletzt ist auch ein Verweis auf Wagners „Tristan und Isolde“ legitim. Basierend auf mittelalterlichen Vorlagen hat die 1952 in Helsinki geborene Komponistin ein besonderes Stück Musiktheater geschaffen, das in seiner Handlung vielleicht zunächst etwas ungewöhnlich wirken mag, aber dann doch einen rauschhaften Sog entfaltet, dem man sich als Zuhörender nicht entziehen kann. Saariaho setzt in ihrer
Komposition ein wahrliches Riesenorchester ein, dem nur drei Solisten und ein sparsam dosierter Chor gegenüberstehen. So wie die handelnden Personen dem großen Meer gegenüberstehen, werden die Singstimmen in einen klanglichen Ozean gewoben, der mal aufbrausend wild, mal dezent kammermusikalisch mit
großer Klarheit die Figuren umfließt. Die Hauptfigur des Werkes Jaufré Rudel ist nicht frei erfunden, sondern war ein im 12. Jahrhundert lebender Adliger, der als Minnesänger Eingang in die Geschichte fand. Auch wenn über ihn nicht viel bekannt ist, so ist die in Saariahos Oper aufgegriffene Geschichte doch so bekannt, dass auch schon Heinrich Heine und andere Romantiker sich ihr annahmen. Das Libretto zu "L'amour de Loin" schrieb französisch-libanesische SchriftstellerAmin Maalouf, dessen Biografie ebenfalls Orient und Okzident verbindet. In Köln inszeniert nun Johannes Erath das Werk, der mit seinen Interpretationen von "Manon" und "Faust" viel positive Beachtung gefunden hat.


Sebastian Jacobs

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Letzte Aktualisierung: 21.10.2021 13:30 Uhr     © 2021 Theatergemeinde KÖLN | Auf dem Berlich 34 | 50667 Köln