Richard III auf der Couch
Nachgespräch am Freitag, 17. April
Richard III. gehört zu den faszinierendsten und finstersten Schurkengestalten der Weltliteratur. Shakespeares berühmtestes Königsdrama ist ein meisterhaftes Psychogramm des Bösen und gleichzeitig ein Paradestück in der Analyse von Macht und Manipulation. Indem er nicht nur den heimtückischen Titelhelden, der im Dienste des Machtzuwachs über Leichen geht, sondern auch die Menschen seiner Umwelt ausführlich zu Wort kommen lässt, seziert Shakespeare die verhängnisvolle politische Dynamik, die den Aufstieg eines ruchlosen Karrieristen als unvermeidlich erscheinen lässt. Über den Geschehnissen liegt jedoch noch eine weitere bedrohliche Unsicherheit: Ist eine Gesellschaft überhaupt in der Lage, die elementare Kraft des Bösen zu regulieren, die offenbar nach längeren Perioden von Stabilität und Frieden mit beunruhigender Zuverlässigkeit wieder erwacht? So wird Regisseur Alexander Vaassen in seiner ersten Arbeit am Theater im Bauturm nicht nur die gesellschaftlichen Kontexte beleuchten, die Richards grenzüberschreitendes Verhalten ermöglichen, sondern auch eine viel grundlegendere Frage in den Raum stellen: Warum kehrt das Böse immer wieder?
Am Freitag, 17.04. findet im Anschluss an die Vorstellung von "Richard III" ein Nachgespräch statt, organisiert vom TheaterTreff:
Richard III. auf der Couch. Gespräch mit einem Psychoanalytiker, dem Regisseur und Schauspieler:innen
Mit Prof. Dr. Andreas Sobottka (Psychoanalytiker), Alexander Vaassen (Regisseur) und Nicole Kersten (Schauspielerin).
Prof. Dr. Andreas Sobottka ist Psychoanalytiker, Lehrtherapeut und Supervisor, sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.Er arbeitet in seiner Privatpraxis in Köln und lehrt sowohl an einem psychoanalytischen Ausbildungsinstitut, als auch an einer privaten Hochschule.
Außerdem ist er als Stabsoffizier der Reserve im Sanitätsdienst der Bundeswehr auf einen Dienstposten im Sanitätsunterstützungszentrum in Köln-Wahn beordert.
Seine wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf die Mensch-Tier-Beziehung und insbesondere auf den Einsatz von hundegestützter Therapie bei Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung.
Dienstag, 03. März 2026
April 2026
Richard III
Schauspiel | nach Shakespeare
Ein Psychogramm des Bösen