Cookie Consent by Free Privacy Policy Generator website Ein Fest für Augen und Ohren | Theatergemeinde KÖLN | Ihr Weg zur Kultur

Ein Fest für Augen und Ohren

Saul | Oper Köln


Dass Köln Händels Saul zehn Jahre nach seiner Premiere in Glyndebourne übernimmt, erweist sich als großer Glücksgriff: Barrie Koskys Inszenierung entfaltet im Staatenhaus ein überwältigendes barockes Spektakel, dessen Pracht das Publikum am Ende sichtbar begeistert. Obwohl als Oratorium konzipiert, überrascht Saul mit eindringlicher Dramatik und mitreißender Kurzweiligkeit. Die Geschichte des vor Neid zerfressenen Königs wird packend erzählt – getragen von Koskys präziser Figurenzeichnung und Katrin Lea Tags atmosphärischem Bühnen- und Kostümbild.

Gerade die barocke Opulenz des ersten Teils wirkt schlicht grandios: Farbenrausch, üppige Stoffe, üppige Dekorationen – eine Hofwelt, die im Glanz schwelgt, bevor sie sich mit Sauls Wahn zunehmend verfinstert. Tags Konzept, die Bühne vom prunkvollen Festsaal zum gespenstischen Seelenraum zu verwandeln, wirkt ebenso einfach wie wirkungsvoll und gibt der Inszenierung große emotionale Schlagkraft.

Sängerisch präsentiert sich der Abend auf herausragendem Niveau. Christopher Purves gestaltet den König Saul mit furioser Intensität, vokal ebenso souverän wie schauspielerisch wild und unberechenbar. Sarah Brady (Merab) glänzt mit kraftvoller Präsenz und präzisen Koloraturen, während Giulia Montanari (Michal) durch feine, zarte Linien bezaubert. Christopher Lowrey entwickelt als David einen warm strahlenden Countertenor, Linard Vrielink begeistert als Jonathan mit geschmeidigem, kultiviertem Tenor. Benjamin Hulett liefert strahlende Brillanz und dämonische Kraft; selbst die kleine Rolle der Hexe ist bei John Heuzenröder markant aufgehoben.

Der Chor musiziert homogen und nuancenreich, immer präsent, nie überwältigend. Am Pult entfesselt Rubén Dubrovsky mit dem Gürzenich-Orchester einen lebendigen, farbenreichen Händel-Klang: barocker Pomp, kammermusikalische Leichtigkeit, emotionale Tiefe und tänzerische Energie fügen sich zu einem beeindruckenden Ganzen.

Sebastian Jacobs

Dienstag, 25. November 2025 | Kritiken

Saul | © Sandra Then

Login

Sie haben Ihr Passwort vergessen?

Sie möchten Sich für unseren Online-Service registrieren?