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Prokofjew & Orff

Sinfonieorchester Aachen

»Carmina Burana«

Christopher Ward | Dirigent | © Harold Raitt
Christopher Ward | Dirigent | © Harold Raitt

Inhalt

Zlata Chochieva, Klavier

Sinfonischer Chor Aachen
Opernchor Aachen
Kinder- und Jugendchor des Theater Aachen

Christopher Ward Dirigent


Sergej Prokofjew (1891-1953)
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 C-Dur op. 26

Nach Beendigung seiner Studien vor allem bei Rimski-Korsakow und Tscherepnin unternahm der 1891 in Sonzowka geborene Prokofjew Konzertreisen nach England und Italien. Bis zur Oktoberrevolution lebte er in Russland. Er ließ sich in seinen Werken nicht von der radikalen Avantgarde anstecken und hielt immer an der Tonalität sowie klar umrissenen musikalischen Formen fest. Die optimistische Kraft und Lebensfreude sowie die Eleganz und lyrisch kantable Schönheit seiner Musik haben dieser zu großer Beliebtheit und weiter Verbreitung verholfen. Doch noch während der ersten Jahre im zaristischen Russland wurde er wegen seiner wilden, grotesk-verzerrenden und oftmals exzentrischen Musik zum Teil scharf angegriffen. Er emigrierte nach Paris. Hier sah er sich dem Vorwurf ausgeliefert, er sei ein Epigone und Konservativer. Diesem Vorwurf begegnete er mit seinen aufwühlendsten und modernsten Werken. Als er 1934 nach Russland zurückkehrte, hatte er wohl auf der einen Seite Heimweh, andererseits wollte er aber auch dem jungen Staat nicht länger seine künstlerische Gefolgschaft verweigern. Das tiefsitzende Misstrauen der stalinistischen Kulturhüter, die in ihm nach wie vor einen Verfechter und Anhänger bürgerlicher Dekadenz sahen, konnte er alleine durch seine Rückkehr sicher nicht auf Anhieb zerstreuen. Also bemühte er sich zunächst einmal verstärkt um offizielle Kompositionsaufträge und schrieb politisch engagierte Musik, mit der er ein hohes Ansehen errang, obwohl er sich auch 1948 eine Maßregelung durch die Kommunistische Partei wegen seines „westlichen Formalismus“ gefallen lassen musste. Doch insgesamt glättete sich sein Stil, er wurde volkstümlicher und dem breiten Hörerpublikum verständlicher. Prokofjew suchte und fand den Ausgleich mit den Normen des „Sozialistischen Realismus“, auch wenn er sie nicht immer bedingungslos befolgte. Seine späten Werke sind stets von einem humanistischen Geist durchdrungen, der bestimmt ist von seiner vielleicht etwas naiven Theorie einer einfachen und doch qualitativ hochstehenden Musik. Er starb am 5. März 1953 in Moskau.
Prokofjews drittes Klavierkonzert entstand in Skizzen bereits in den Jahren 1911 bis 1918. Vordringliche Arbeiten sowie die durch die politischen Ereignisse und durch die Emigration verursachten Unterbrechungen seiner schöpferischen Tätigkeiten hatten ihn immer wieder daran gehindert, das Klavierkonzert zu vollenden. Erst in der Ruhe der Sommerpause des Jahres 1921 konnte er in der Bretagne die Partitur endgültig abschließen. Die Uraufführung, die Prokofjew selbst spielte, erfolgte am 16. Dezember 1921 in der „Neuen Welt“ – in Chicago. Bei diesem Klavierkonzert tritt die russische Folklore eindringlich in Erscheinung. So hat gleich das von der Klarinette intonierte Einleitungsthema des ersten Satzes („Andante-Allegro“) den Charakter einer Volksweise. Nach einer Überleitung erklingt im Klavier das rhythmisch-lebendige erste Thema. Ein aus dessen Motiven gebildeter farbiger Zwischensatz leitet zur zweiten Gruppe über, die mit ihrem von der Oboe eingeführten tänzerischen Hauptgedanken unter Kastagnetten-Begleitung eröffnet wird. In der Durchführung herrscht ein chromatisch absteigendes Motiv vor. Auf ihrem Höhepunkt erklingt das Einleitungsthema in strahlendem Fortissimo, das dann zur Reprise führt. Der zweite Satz („Andantino“), ist über eine graziöse Melodie gestaltet, der fünf unter sich kontrastierende, phantasiereiche Variationen folgen. Der Finalsatz („Allegro ma non troppo“) ist in dreiteiliger Form angelegt. Sein Hauptgedanke ist ein Unisono-Thema der Fagotte und Pizzicato-Streicher, das besonders bei der Reprise eine dramatische Verarbeitung erfährt. Ihm ist in dem ruhigen Mittelsatz eine ausdrucksvolle schlichte Melodie gegenübergestellt, zu welcher der Einschub einer fröhlichen Marschweise des Klaviers einen erfrischenden Gegensatz schafft. Der größtenteils vollgriffig gesetzte Solopart führt in Verbindung mit dynamischen Steigerungen im weiteren Verlauf zu mehreren ausladenden Höhepunkten.


Carl Orff (1895-1982)
„Carmina Burana. Cantiones profanae“ – Lieder aus der Benediktbeurer Handschrift in lateinischer, altdeutscher und altfranzösischer Sprache für Soli, gemischten Chor, Kinderchor und Orchester

Carl Orff wurde am 10. Juli 1895 in München geboren. Erste musikalische Eindrücke und Unterweisungen erhielt er als Kind in seinem Elternhaus. Nach dem Gymnasium studierte er bis 1914 in München, war zwei Jahre Kapellmeister bei den Münchener Kammerspielen und 1918/19 bei den Theatern in Mannheim und Darmstadt. Seine frühen Kompositionen waren von Debussy, Strauss und Pfitzner beeinflusst. 1921 ergänzte Orff seine Studien bei Heinrich Kaminski und gründete 1924 in München eine Schule für Gymnastik, Tanz und Musik. Zusammen mit dem Klavierbauer Karl Maendler entwickelte er das „Orffsche Instrumentarium“ (verschiedene Arten von Schlagzeugen) zur Realisierung seines Schulwerks, das bis 1980 in 17 Sprachen übersetzt wurde. Orff war zudem Leiter des Münchener Bachvereins. Die 1937 entstandene „Carmina Burana“ sah er zu Recht als den Beginn seines eigenständigen Kompositionsstils an; bis auf wenige Ausnahmen zog er die davor entstandenen Werke zurück. Von 1950 bis 1960 leitete Orff eine Meisterklasse für Komposition an der Münchner Musikhochschule. 1961 übernahm er die Leitung des Orff-Instituts in Salzburg. Hochgeehrt starb er am 29. März 1982 in München.
Die berühmte szenische Kantate „Carmina Burana“ wurde am 08. Juni 1937 in der Oper Frankfurt uraufgeführt – ein Werk, das sich um das pralle Leben dreht. Zugrunde liegen ihm diverse Texte, aufgezeichnet um 1230 im Kloster Benediktbeuern. Carl Orff hatte 1934 in einem Würzburger Antiquariatskatalog die 1847 von Johann Andreas Schmeller herausgegebene Sammlung dieser Vagantenlieder entdeckt – und meinte darüber: „Was mich bewegte, war ausschließlich der mitreißende Rhythmus wie die Bildhaftigkeit dieser Dichtungen und nicht zuletzt die vokalreiche Musikalität und einzigartige Knappheit der lateinischen Sprache.“ Die „magische Gewalt“, mit der die derben Tanz- und Sauflieder, aber auch die zarten Frühlings- und Liebeslieder den Komponisten regelrecht „überfielen“, spiegelt sich in einer Musik von fesselnder Rhythmik bei zugleich raffinierter Schlichtheit. Der stimmgewaltige Chor „O Fortuna“, der die Wandelbarkeit des Glücks besingt, rahmt die Themenkreise „Frühling“, „Schenke“ und „Liebe“ ein. Orff zeigte sich übrigens einmal eher bescheiden auf die Frage, was ihm denn die Komposition seiner „Carmina Burana“ bedeutete: „Wenn heute die Carmina Burana – ich darf es ruhig sagen – in aller Welt gespielt wird, so ist mir meine Musik nicht so wichtig, sondern, dass die abendländische Kraft dieses Dichtwerks bindend verstanden wird, und dass dies wieder bindend wirkt.“ Dennoch gelang ihm mit der Vertonung der Vorlagen eines der beliebtesten, sinnlichsten und soghaftesten Stücke der Musikgeschichte. Die konzertante Aufführung konzentriert sich ganz auf das musikalisch reich ausgestattete Werk mit groß dimensioniertem Chor, Kinderchor, Gesangssolisten und einem vielfältig besetzten Orchester – und klanggewaltige Passagen kontrastieren dabei mit zarten und fragilen Tönen.

Genre:
Konzert

Spielstätte
Kölner Philharmonie
Bischofsgartenstraße 1
50667 Köln
Linien 5, 12, 16, 18 sowie S-Bahnen S6, S11, S12, alle Nahverkehrszüge und die Busse 132, 170, 250, 260 und 978 bis Dom/Hauptbahnhof

Ihre Eintrittskarte ist zugleich Hin- und Rückfahrkarte 2. Klasse im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS).

Tickets & Termine

März 2026

Mi.
04.
Mär
Mittwoch, 04. März 2026 | 20:00 Uhr | Kölner Philharmonie

Sinfonieorchester Aachen

»Carmina Burana«

Konzert | Prokofjew & Orff

Christopher Ward | Dirigent | © Harold Raitt
Christopher Ward | Dirigent | © Harold Raitt

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