1. Tag
Samstag, 29. Oktober 2022
Christo (Christo Vladimiroff Javacheff (1935-2020)) und seine Frau Jeanne-Claude (Jeanne-Claude de Guillebon (1960-2009)) näherten sich dem Wirklichen an, in dem sie weltweit Gebäude, Parks und ganze Landstriche in Kunst verwandelten, deren Schönheit Millionen begeisterte. Ihre spektakulären Objekte waren Kunst auf Zeit, sie waren nicht käuflich, sie konnten nicht in Besitz genommen werden, verwandte Materialien wurden anderweitig wiederverwertet. Neben dem ästhetischen Aspekt waren die Verhüllungen somit auch Protest gegen das Besitzbürgertum.
Staatliche Gelder nahm Christo nie an. Die bürokratischen und politischen Hürden, die bei der Umsetzung der Ideen zu überwinden waren, wurden als Teil der Kunst betrachtet. Um die gigantischen Projekte finanzieren zu können, verkauften die Künstler vorbereitende Zeichnungen und Collagen.
In der Ausstellung werden sämtliche von Christo und Jeanne-Claude realisierten Projekte seit Wrapped Coast von 1968/69 anhand von Zeichnungen, graphischen Arbeiten und Fotografien vorgestellt. Das noch nicht verwirklichte Mastaba-Projekt wird in Studien und Entwürfen präsentiert Darüber hinaus werden die Werke von Christo, der ein exzellenter Zeichner war, zusammen mit Gemälden und Objekten von Yves Klein, Arman, Niki de Saint Phalle, Jean Dubuffet, Lucio Fontana u.a. gezeigt. „Die Ausstellung zeichnet…“ (damit, so die Kuratorin,) „…die kunsthistorische Entwicklung von Christo und Jeanne-Claude seit Mitte der 50-er Jahre bis heute nach und stellt das in Frankreich entstandene frühe künstlerische Schaffen im Kontext mit Arbeiten von Weggefährt*innen vor.“