Cookie Consent by Free Privacy Policy Generator website Tancredi | Tickets und Termine | Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2 | Theatergemeinde KÖLN | Ihr Weg zur Kultur

Gioacchino Rossini

Tancredi

Melodramma eroico in zwei Akten

George Petrou | © Ilias Sakalak
George Petrou | © Ilias Sakalak

Inhalt

Libretto von Gaetano Rossi (1774-1855) nach der literarischen Vorlage Tancrède (1760) von Voltaire (1694-1778)
Uraufführung am 6. Februar 1813 im Teatro La Fenice in Venedig
Eine Produktion der Bregenzer Festspiele 2024
Dauer: 3 Stunden (inklusive Pause)

Musikalische Leitung George Petrou
Inszenierung Jan Philipp Gloger
Co-Regie Lars Marcel Braun
Bühne Ben Baur
Kostüme Justina Klimczyk
Lichtdesign Martin Gebhardt
Chorleitung Rustam Samedov
Dramaturgie Florian Amort / Claus Spahn

Personen
Tancredi, ein verbannter Ritter
Amenaide, seine heimliche Geliebte
Argirio, ihr Vater
Orbazzano, Argirios Gegenspieler
Isaura, Vertraute Amenaides
Roggiero, Knappe Tancredis

Chor der Oper Köln
Gürzenich Orchester Köln

Worum geht es
Ein Paar zwischen Liebe und Misstrauen. Ein Brief, der für Missverständnisse und dramatische Verwicklungen sorgt. Und zwei Familien, die ihre gegenseitige Feindschaft und persönliche familiäre Verpflichtungen zugunsten von „politischen“ Interessen zurückstellen. Im Mittelpunkt steht somit der Konflikt zwischen Liebe, familiärer Loyalität und politischer Pflicht. Das klingt nicht nur dramatisch, sondern ist es auch.

Die Vorgeschichte
Gioacchino Rossinis Tancredi spielt in Syrakus zur Zeit der Bedrohung durch die Sarazenen im Jahr 1005. In Syrakus herrscht eine Fehde zwischen den Familien des Argirio und des Orbazzano. Amenaide, die Tochter von Argirio, war einst in Byzanz und verliebte sich dort in Tancredi, einen verbannten und geächteten Syrakuser Edelmann und Ritter. Die beiden schwörten sich ewige Treue. Während Amenaide wieder nach Syrakus zurückkehren konnte, da ihr Vater Argirio die Oberhand in der Familienfehde gewinnt, blieb Tancredi noch in Byzanz.

Zur Handlung
1. Akt
Unter dem Druck der äußeren Bedrohung durch die sarazenische Armee unter der Führung von Solamir verbünden sich nach jahrelangen blutigen Auseinandersetzungen die Familien des Argirio und des Orbazzano. In der Eröffnungsszene wird das Ende des Bürgerkriegs gefeiert und die Ritter besingen die typischen ritterlichen Tugenden „Frieden – Ehre – Glaube – Liebe – Königreich“. Argirio und Orbazzano sind sich einig, gemeinsam entschlossen und radikal gegen jeden äußeren und inneren Feind vorzugehen. Als Zeichen der Versöhnung verspricht Argirio dem Orbazzano die Hand seiner Tochter Amenaide. Wie wir wissen, ist Amenaide jedoch in Tancredi verliebt und daher von dieser Entscheidung nicht gerade begeistert.
Tancredi, der von einer Mezzosopranistin gesungene Titelheld der Oper, landet inkognito in Sizilien, um seinen Landsleuten beizustehen. Seine Gefühle bei der Ankunft besingt er in einem Rezitativ („O patria“) und einer Cabaletta („Di tanti palpiti“), die zu den Hits der Oper gehören. Er hört heimlich, wie Amenaide ihren Vater Argirio vergeblich bittet, die Hochzeit mit Orbazzano um einen Tag zu verschieben, was dieser jedoch im Hinblick auf die äußere Bedrohung durch die Sarazenen und die innere Bedrohung durch Tancredi ablehnt. Bei den Feierlichkeiten zu ihrer erzwungenen Hochzeit mit Orbazzano ist auch Tancredi, der an Amenaides Treue zweifelt, unerkannt anwesend. Der unerkannte Tancredi bittet Argirio, mit den Syrakusern gegen die Sarazenen kämpfen zu dürfen.
Bei der Feier lässt Amenaide die Hochzeit jedoch endgültig platzen und weigert sich energisch, den ungeliebten Orbazzano zu heiraten. Orbazzano glaubt die Gründe zu kennen und zeigt einen (den) anonym geschriebenen Brief Amenaides an Tancredi, in dem sie ihn bittet, nach Syrakus zu kommen, um ihr zu helfen. Alle glauben, der Brief sei an den Feind Solamir gerichtet und Amenaide habe ihre Heimat verraten. Aus Angst um Ihren geliebten Tancredi klärt Amenaìde das Missverständnis nicht auf und wird wegen Hochverrats ins Gefängnis geworfen.

2. Akt:
Auf Drängen von Orbazzano verurteilt Argirio seine eigene Tochter Amenaide zum Tode. Auf ihrem Weg zur Hinrichtung beteuert Amenaide ihre Unschuld. Orbazzano dringt zwar auf ihre Hinrichtung, lässt sich aber dann doch auf ein sogenanntes Gottesurteil ein, indem er die anwesenden Ritter auffordert, Amenaide in einem Duell mit ihm zu verteidigen. Obwohl auch der noch immer unerkannte Tancredi an Amenaide zweifelt, erklärt er sich als wahrer Ritter bereit, Amenaides Ehre im Kampf mit Orbazzano zu verteidigen. Natürlich siegt der Held der Oper, tötet Orbazzano und rettet so Amenaides Leben. Anstatt sich nun mit Amenaide zu versöhnen, weist er sie an ihr zweifelnd ab, um als Ritter im Kampf gegen die Sarazenen zu kämpfen und zu sterben.
Finali:
Rossini und sein Librettist Rossi hatten für die Uraufführung seiner Oper in Venedig ein sogenanntes lieto fine, ein glückliches Ende, vorgesehen. Bei dieser Version kämpft Tancredi erfolgreich in der Schlacht mit den Sarazenen und kehrt als siegreicher Held zurück. Zudem wurde er vom sterbenden Anführer der Sarazenen Solamir aufgeklärt, dass der berüchtigte Brief von Amenaide nicht an ihn, Solamir, sondern an Tancredi gerichtet gewesen sei. Damit ist natürlich Amenaides Unschuld und Treue zu Tancredi erwiesen und alle feiern das glückliche Ende
Für die Erstaufführung in Ferrara – nur wenige Wochen nach der erfolgreichen Premiere in Venedig - schreiben bzw. komponieren Luigi Lechi (1786-1867) und Gioacchino Rossini ein neues tragisches Finale, in dem Tancredi im Kampf mit den Sarazenen den Tod sucht und letztlich findet. Tödlich verwundet kommt er zu Amenaide und Argirio und erfährt die Wahrheit, dass ihr Brief nicht an Solamir, sondern an ihn gerichtet war. Doch zu spät – er stirbt in Amenaides Armen.

Zum Werk
Rossinis Tancredi war ein Auftragswerk für das Teatro La Fenice in Venedig, das in nur wenigen Monaten entstand. Zwar hatte er vor Tancredi schon einige Farse, kurze einaktige komische Opern komponiert (z.B. La cambiale di matrimonio oder La scala die seta), doch mit dem Auftrag, seine erste Opera seria zu komponieren erhielt er die Chance, sich als anerkannter „ernster“ Opernkomponist in dieser Gattung zu beweisen. Und er nutze diese Chance! Zwar war die Uraufführung 1813 nicht wirklich direkt ein durchschlagender Erfolg. Aber schon bald trat Tancredi, obwohl eigentlich noch ein Frühwerk des 21-jährigen Komponisten, seinen Siegeszug an und feierte über Italien hinaus Erfolge auf den europäischen Opernbühnen. Damit begründete sie die internationale Popularität des Komponisten. Besonders die Auftritts-Kavatine des Tancredi „Di tanti palpiti“ erreichte eine enorme Popularität. Die männliche Hauptfigur Tancredi ist als Hosenrolle angelegt, was in der damaligen Zeit durchaus noch üblich war. Tancredi hat weitaus mehr als nur einen „Hit“ zu bieten: Sowohl virtuose Koloraturen als auch lryisch-innige Soli, die beiden Duette von Tancredi und Amenaìde sowie Chorszenen fesselten nicht nur das damalige Publikum und wurden zu ihrer Zeit stilprägend. Doch Tancredi erlitt das Schicksal zahlreicher Belcanto-Opern und verschwand gegen Ende der 19. Jahrhunderts nahezu von den Bühnen. Erst ab den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde sie – zu Recht – „wiederentdeckt“.

Zu dieser Inszenierung
Dass man in einer heutigen Inszenierung keine Kreuzritter, Sarazenen etc. erwarten kann, ist nicht weiter verwunderlich. So auch nicht in dieser Übernahme der erfolgreichen Inszenierung von Jan Philipp Gloger für die Bregenzer Festspiele von 2024.
Jan Philipp Gloger entscheidet sich wie heutzutage üblich für die tragisch endende Ferrara-Fassung mit Tancredis Tod am Ende, die beim damaligen Publikum nicht so gut ankam. Er verlegt die Geschichte aus dem Rittermilieu des Jahres 1005 in die Gegenwart. Aus den zwei rivalisierenden Syrakuser Familien werden zwei Drogen-Clans, deren Feind nicht die Sarazenen sind, sondern die Polizei. Auch inszeniert er den von einer Frau gesungenen Held Tancredi nicht wie üblich als Hosenrolle, sondern als Frau, die sich als Mann ausgibt, weil ihre gleichgeschlechtliche Liebe zu Amenaide in einer Machowelt nicht toleriert wird. Er lenkt dadurch den Blick „auf die Liebe zweier Frauen, die in einer Clan- und Machowelt wenig Chance auf Selbstverwirklichung haben“ (Oper Köln).
Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, außer dass das Publikum ein opulentes Schauspiel erwarten darf. Dazu trägt auch das Bühnenbild von Ben Baur bei, mit dem Jan Philipp Gloger in der Saison 2023/24 bei seiner Inszenierung von Verdis Ein Maskenball in Köln zusammengearbeitet hat.

Genre:
Oper

Spielstätte
Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2
Rheinparkweg 1
50679 Köln
Linien 1, 3, 4, 9 bis Haltestelle Bf Deutz/Messe oder Bf Deutz/Lanxess Arena
Deutsche Bahn bis Köln Messe/Deutz

Bus 150 bis Haltestelle Im Rheinpark (dieser Bus fährt auch über den Deutzer Bahnhof)

Bus 250 / 260 bis Haltestelle Bf Deutz/Messeplatz

Der Opernbus:
Die Shuttlebusse fahren die Haltestellen "Bahnhof Deutz/Messe" (Ottoplatz, Bussteig C), "Bahnhof Deutz/Messeplatz" (Messeplatz, Bussteig D&E) und "Oper Köln im StaatenHaus" an. Die Haltestelle vor dem Staatenhaus wurde extra von der KVB für den neuen Opernbus eingerichtet.
Ab sofort wird der Opernbus diese Haltestellen jeweils ab 60 Minuten vor und bis 30 Minuten nach der Vorstellung (ausgenommen sind hierbei Vormittagsveranstaltungen) kostenlos als Shuttle-Service anfahren.

Tickets & Termine

Juni 2026

Di.
23.
Jun
Dienstag, 23. Juni 2026 | 19:30 Uhr | Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

Tancredi

Melodramma eroico in zwei Akten

Oper | Gioacchino Rossini

George Petrou | © Ilias Sakalak
George Petrou | © Ilias Sakalak
Do.
25.
Jun
Donnerstag, 25. Juni 2026 | 19:30 Uhr | Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

Tancredi

Melodramma eroico in zwei Akten

Oper | Gioacchino Rossini

George Petrou | © Ilias Sakalak
George Petrou | © Ilias Sakalak
Sa.
27.
Jun
Samstag, 27. Juni 2026 | 19:30 Uhr | Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

Tancredi

Melodramma eroico in zwei Akten

Oper | Gioacchino Rossini

George Petrou | © Ilias Sakalak
George Petrou | © Ilias Sakalak
So.
28.
Jun
Sonntag, 28. Juni 2026 | 18:00 Uhr | Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

Tancredi

Melodramma eroico in zwei Akten

Oper | Gioacchino Rossini

George Petrou | © Ilias Sakalak
George Petrou | © Ilias Sakalak

Juli 2026

Mi.
01.
Jul
Mittwoch, 01. Juli 2026 | 19:30 Uhr | Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

Tancredi

Melodramma eroico in zwei Akten

Oper | Gioacchino Rossini

George Petrou | © Ilias Sakalak
George Petrou | © Ilias Sakalak
Fr.
03.
Jul
Freitag, 03. Juli 2026 | 19:30 Uhr | Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

Tancredi

Melodramma eroico in zwei Akten

Oper | Gioacchino Rossini

George Petrou | © Ilias Sakalak
George Petrou | © Ilias Sakalak
So.
05.
Jul
Sonntag, 05. Juli 2026 | 19:00 Uhr | Staatenhaus am Rheinpark, Saal 2

Tancredi

Melodramma eroico in zwei Akten

Oper | Gioacchino Rossini

George Petrou | © Ilias Sakalak
George Petrou | © Ilias Sakalak

Login

Sie haben Ihr Passwort vergessen?

Sie möchten Sich für unseren Online-Service registrieren?