Cookie Consent by Free Privacy Policy Generator website KölnChor | Tickets und Termine | Kölner Philharmonie | Theatergemeinde KÖLN | Ihr Weg zur Kultur

Johannes Brahms

KölnChor

Ein deutsches Requiem

KölnChor | © Christoph Seelbach
KölnChor | © Christoph Seelbach

Inhalt

Agnes Lipka, Sopran
Rafael Bruck, Bariton
Staatsorchester Rheinische Philharmonie
Groot Concertkoor Amsterdam
Wolfgang Siegenbrink, Dirigent



Johannes Brahms (1833–1897)
»Ein deutsches Requiem« nach Worten der heiligen Schrift op. 45
für Sopran, Bariton, gemischten Chor und Orchester

Das Requiem als Totenmesse der römischen Kirche hat seit 1570 eine von Pius V. festgelegte Form. Der Name ist von den Eingangsworten des Introitus „Requiem aeternam“ (ewige Ruhe) abgeleitet. Nach dem Kyrie folgen statt Gloria und Credo ein „Dies irae“, das seit der Klassik viele Kompositionen bestimmte und Anlass zu vielen düsteren Tonbildern von den Schrecken des Jüngsten Gerichts gegeben hat. Außer der eingefügten Hymne „Domine Jesu Christe“ folgt das Requiem dem üblichen Ablauf einer Messe. Der norddeutsche und spezifisch kirchlichen Dingen fernstehende Protestant Johannes Brahms wandte sich gegen diese festgelegte Form. Er folgt Robert Schumanns (nicht ausgeführtem) Plan, ein Requiem zu schreiben, das sich von den liturgisch-lateinischen Vorbildern löste. Brahms wählte hierzu Texte aus dem Neuen Testament und den Psalmen, wobei keiner der Verse eine Hoffnung auf ein zukünftiges Leben im Sinne christlichen Glaubens macht. Da der Erlöser Christus in dem Werk nicht vorkam, wurde die Uraufführung am Karfreitag 1868 nur unter der Voraussetzung gestattet, dass nach dem vierten Satz die Arie „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ von Georg Friedrich Händel eingeschoben wurde. Insgesamt folgte Brahms weder der Form des Requiems noch der des Oratoriums. Das Werk wurde vorwiegend durch den außermusikalischen Leitgedanken zusammengehalten, den Brahms einem Freund folgendermaßen beschrieb: „Ich habe meine Trauermusik vollendet als Seligpreisung an die Leidtragenden. Ich habe nun Trost gefunden, wie ich ihn gesetzt habe als ein Zeichen an die Klagenden.“ Brahms begann das Requiem 1856 unter dem Eindruck von Schumanns Tod. Er arbeitete ein Scherzo aus einer Sonate für zwei Klaviere als zweiten Satz des Requiems um. Auch der erste Satz entstand bis 1861. Nach einer längeren Pause gab 1865 der Tod seiner Mutter Brahms den Anstoß, das Werk zu vollenden. Der heutige fünfte Satz wurde allerdings erst nach der Uraufführung von 1866 eingefügt. Der erste Satz „Selig sind, die da Leid tragen“ beginnt mit dem satten Klang der Kontrabässe, die den Grundton f im gleichmäßigen Viertel-Rhythmus als Orgelpunkt spielen. Nach einer schlichten Melodie der Celli setzt der Chor „a cappella“ mit dem Text der zweiten Seligpreisung aus der Bergpredigt Christi ein. Der Seitensatz beginnt mit einem Seufzermotiv in weichen Sexten „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.“ Die Durchführung verarbeitet beide Themen zu dem Text „Sie gehen hin und weinen“, wonach die Reprise mit Harfenklängen tröstlich ausklingt. Im zweiten Satz kehrt die trauermarschartige b-Moll-Melodie immer wieder. Der starre Rhythmus der gedämpften Streicher ist eine der eindringlichsten und zwingendsten Eingebungen, die sich bei Brahms finden. Der Chor „Denn alles Fleisch, es ist wie Gras“ (1. Petrusbrief) im Unisono klingt wie ein altertümliches Sterbelied. Nach einer Auflockerung der Stimmung im Gis-Dur-Satz „So seid nun geduldig, lieben Brüder, bis auf die Zukunft des Herrn“, folgt die Wiederholung des düsteren ersten Teils. Der Satz klingt mit einem scharfen Kontrast mit einem strahlenden B-Dur-Dreiklang der Posaunen und Holzbläser aus, die die Trauerstimmung zerreißen, während der Chor in einem teils fugierten, teils akkordisch verdichteten Satz singt „Die Erlöseten des Herrn werden wiederkommen und gen Zion kommen mit Jauchzen“. Den dritten Satz beginnt der Solobariton mit dem 39. Psalm „Herr, lehre mich doch, dass es ein Ende mit mir haben muss, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muss.“ Hier wird zum ersten Mal die persönliche Betrachtung angesprochen, die erlebte Erschütterung verdrängt die allgemeine Anschauung. Im Höhepunkt des Satzes fragt der Chor mit dem einem Aufschrei „Nun Herr, wes soll ich mich trösten?“. Nach einer verhalteneren Wiederholung der Frage folgt die Lösung in dem melodischen Satz „Ich hoffe auf dich“. In der gewaltigen, reich figurierten Fuge des Chores „Des Gerechten Seelen sind in Gottes Hand, und keine Qual rühret sie an“ bestätigt sich der Sieg über die Todesangst. Nach dem schlichten Chorgesang „Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth“ des vierten Satzes, der sich in der Mitte zu einer begeisterten Lobpreisung steigert, erscheint der zuletzt hinzukomponierte fünfte Satz noch schöner und ergreifender. Das Sopransolo erklingt wie eine selige Stimme vom Himmel „Ihr habt nun Traurigkeit, aber ich will euch wiedersehen und euer Herz soll sich freuen“. Der Chor vollendet die Stimmung mit leisem Gesang. Der Satz endet mit den dreimal immer leiser gerufenen Worten des Sopransolos „wiedersehen“. Der sechste Satz ist der dramatische Höhepunkt des Werkes. Mit der Verkündigung der Auferstehung durch den Solisten wird das Vorwärtsdrängende spürbar, das diesem Satz innewohnt und ihn mit der Steigerung des Klanges, der Dynamik, der rhythmischen Bewegung und der Besetzung vorwärtstreibt bis zu der großartigen Schlussfuge des Chores „Herr, du bist würdig“. Höhepunkt des gesamten Werkes ist der strahlende C-Dur-Akkord auf dem Wort „Sieg“, bei dem der Tod durch den Glauben überwunden ist. Der Schlusssatz „Selig sind die Toten“ verschmilzt den Trost für die Trauernden und die Erlösung für die Toten musikalisch ineinander. Am Ende wird der Anfang des Werkes aufgegriffen, wodurch der Kreis geschlossen wird, der Leben und Tod, Leid und Trost, Gericht und Erlösung umschließt.
Spieldauer: ca. 70 Min.

Texte:
1. Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.(Matth. 5,4)
Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben. (Ps. 126, 5.6)
2. Denn alles Fleisch, es ist wie Gras, und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blumen. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen. (Petr. 1, 24)
So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis auf die Zukunft des Herrn. Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und ist geduldig darüber, bis er empfange den Morgenregen und Abendregen. (Jak. 5,7)
Aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit (Petr. 1, 25)
Die Erlöseten des Herrn werden Wiederkommen und gen Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird weg müssen. (Jes. 35, 10)
3. Herr, lehre mich doch, dass ein Ende mit mir haben muss und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit vor dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Ach, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben. Sie gehen daher wie ein Schemen und machen ihnen viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird. Nun Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. (Ps. 39, 5-8)
Der Gerechten Seele sind in Gottes Hand, und keine Qual rühret sie an. (Weish. 3, 1)
4. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar. (Ps. 84, 2. 3. 5.)
5. Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. (Joh. 16, 22)
Sehet mich an: Ich habe eine kleine Zeit Mühe und Arbeit gehabt und habe großen Trost funden. (Sir. 51, 35)
Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jes. 66, 13a)
6. Denn wir haben hie keine bleibende Statt, sondern die zukünftige suchen wir. (Hebr. 13, 14)
Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und dasselbige plötzlich, in einem Augenblick, zu der Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben steht: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? (1. Kor. 15, 51. 52. 54b. 55)
Herr, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft, denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen haben sie das Wesen und sind geschaffen. (Offenb. 4,11)
7. Selig sind die Toten, die in dem Herren sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen von ihrer Arbeit, denn ihre Werke folgen ihnen nach. (Offenb. 14, 13b)


Genre:
Konzert

Spielstätte

Kölner Philharmonie
Bischofsgartenstraße 1
50667 Köln
Linien 5, 12, 16, 18 sowie S-Bahnen S6, S11, S12, alle Nahverkehrszüge und die Busse 132, 170, 250, 260 und 978 bis Dom/Hauptbahnhof

Ihre Eintrittskarte ist zugleich Hin- und Rückfahrkarte 2. Klasse im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS).

Tickets & Termine

Momentan sind keine Termine zu KölnChor in unserer Datenbank hinterlegt.

Jetzt Abo buchen und bis zu 30 % sparen

Dieses Werk ist in 1 Abo enthalten — übersichtlich nach Spielzeit.

Spielzeit 2026/27

Neue Spielzeit!
Abo 034

Philharmonische Sonntage

5 Konzerte: Für alle, die den Sonntag nicht auf der Couch verbringen wollen!

Inhalt: Kölner Kammerorchester · SWR Symphonieorchester · Kammerakademie Potsdam · KölnChor · +1