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Beethoven & Schubert

Kölner Kammerorchester

AUF DEM WEG ZUR ROMANTIK

Sitkovetsky Trio | © Vinci Ng
Sitkovetsky Trio | © Vinci Ng

Inhalt

Sitkovetsky Trio
Alexander Sitkovetsky, Violine
Isang Enders, Violoncello
Wu Qian, Klavier

Roc Fargas, Dirigent

Ludwig van Beethoven (1770 - 1827)
Ouvertüre zum Trauerspiel „Coriolan“ von Heinrich Joseph von Collin c-Moll op. 62

Die "Coriolan"-Ouvertüre gehört zu jenen Orchesterwerken, die - einem weit verbreiteten Brauch der Zeit entsprechend - als Einleitungsmusik zu einem Schauspiel gedacht waren. Beethoven schrieb sie als Einleitung für Heinrich Joseph von Collins gleichnamiges Trauerspiel. Die "Coriolan"-Ouvertüre wurde wenige Jahre nach der ebenfalls in c-moll stehenden "Eroica" vollendet und 1807 im Palais Lobkowitz uraufgeführt. Die auf einem antiken Thema basierende Tragödie erzählt vom Schicksal des römischen Feldherrn Coriolan. Aus seiner Heimatstadt verbannt, zieht er mit einem fremden Heer gegen Rom. Dem Flehen seiner Mutter, von dem verräterischen Tun abzulassen, gibt Coriolan zwar nicht nach, doch stürzt es ihn in einen so starken Gewissenskonflikt, dass er den Freitod sucht. Beethovens Ouvertüre schildert dazu die komplizierte Seelenlage des negativen Helden.
Die zerklüftete Akkordpassage zu Beginn und das in den Streichern bald einsetzende, gehetzte Hauptthema künden von der Unruhe und inneren Zerrissenheit Coriolans. Ein kantables Seitenthema, zunächst von den Violinen ausgehend, dann von den Holzbläsern weitergeführt, lässt Gedanken an die nicht ganz verschütteten Gefühle aufkommen, die er für seine Mutter hegt. Indem Beethoven Coriolan nicht einfach als gefühllos denunziert, sondern ihn als schicksalhaft belasteten Menschen zeichnet, weckt er im Hörer Gefühle des Mitleids, die am Ende der Ouvertüre, in den piano verhauchenden Herzschlägen des sterbenden Kriegers, nochmals verdichtet werden.
Text: Christoph Prasser

Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester C-Dur op. 56 "Tripelkonzert"

Das 1803/04 komponierte Tripelkonzert, das Beethoven für seinen damaligen Klavierschüler Erzherzog Rudolph von Österreich schrieb, konnte bis heute nicht jene Berühmtheit erreichen, die beispielsweise Beethovens andere Solokonzerte genießen. Dies mag zum einen damit zusammenhängen, dass das Tripelkonzert eine in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bereits zu Ende gegangene Tradition der Sinfonia concertante, der Sinfonie mit konzertierenden Soloinstrumenten, wie sie besonders durch Johann Christian Bach, aber auch noch bei Haydn und Mozart gepflegt worden war, fortsetzte - zum anderen daran, dass Beethoven, wohl um seinen Schüler Erzherzog Rudolph nicht zu überfordern, den Klavierpart recht einfach gehalten hatte, während die Soloparts von Violine und Violoncello, die für die im Dienste des Erzherzogs tätigen Musiker Carl August Seidler und Anton Kraft vorgesehen waren, durchaus schwierig und bisweilen unbequem zu spielen sind, ohne doch im engeren Sinne virtuos zu sein. Der Erzherzog scheint die Partitur des Werkes eine Zeitlang für seinen Privatgebrauch zurückgehalten zu haben, so dass es erst 1807 zur Drucklegung und 1808 zur ersten öffentlichen Aufführung in einem der sommerlichen Augartenkonzerte kam.
Von Beethoven selbst stammt die Bezeichnung "Grand Concerto Concertante" und will damit auf die klassische Konzertform und gleichzeitig auf die Spielfreudigkeit des Stückes hinweisen. Der erste Satz ("Allegro") ist großförmig angelegt und mit frischer, melodiöser Musik erfüllt, es kommt jedoch zu keiner thematischen Auseinandersetzung. Der zweite Satz, ein mit 53 Takten eher knappes "Largo", bringt eine weit gespannte Gesangsmelodie mit reichen Verzierungen. Das Klavier scheint hier ganz in die Rolle des Begleiters gedrängt. Das Solocello führt zum Finalsatz, einem prächtigen "Rondo alla Polacca", ein schwungvolles Bravourstück, das allerdings etwas durch zu viele Wiederholungen belastet ist. Frappant ist allerdings kurz vor Eintritt der Coda die Umwandlung des 3/4-Themas in ein marschartiges 2/4-Thema. Abwechslungsreich und farbig zeigt sich die Instrumentation. Eine rauschende Coda schließt den tänzerisch beschwingten Satz.
Text: Heidi Rogge


Franz Schubert (1797-1828)
Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485

Franz Schubert wurde am 31. Januar 1797 in Lichtental bei Wien als Sohn eines Lehrers geboren. 1808 gelangte er als Chorsänger an die Hofburg und als Schüler an das städtische Konvikt in Wien. Um 1801 entstanden seine ersten Versuche in der Komposition, die ihn u.a. Antonio Salieri lehrte. Nach einer Ausbildung am Lehrerseminar wurde er 1814 Hilfslehrer. 1818 und 1824 war er Musiklehrer beim Grafen Esterházy in Ungarn. Er starb am 19. November 1828 in Wien. Schubert hinterließ in seinem kurzen Leben neben zahlreichen Liedern und Kammermusik an Orchesterwerken acht Sinfonien und weitere Fragmente, Ouvertüren, Schauspielmusiken und einzelne konzertante Stücke.
Schuberts sinfonisches Schaffen gipfelt nach übereinstimmender Einschätzung von Publikum und Kritik in der "Unvollendeten" und in der großen C-Dur-Sinfonie. Die diesen Gipfelwerken der Gattung vorangehenden Sinfonien gelten demgegenüber nicht selten als zweitrangige "Jugendwerke", in denen Schubert die Errungenschaften der Wiener Klassik zwar mit satztechnischer Meisterschaft, aber mit wenig schöpferischer Eigenständigkeit imitiert habe. Solche ästhetischen Urteile stehen in der Tradition einer aus dem 19. Jahrhundert übernommenen Sichtweise, "die die große instrumentale Form nur dann als vollwertig gelten läßt, wenn sie zu radikaler Bekenntnismusik sich aufschwingt, wenn sie zum weltumspannenden Kosmos, sich verdichtet" (Rzehulka). Erst die Abkehr von einer solchen Sichtweise lässt die Eigenart und den Reiz der sechs "Jugendsinfonien" Schuberts erkennbar werden. Innerhalb dieser Sinfonien nimmt die fünfte eine Ausnahmestellung ein. Sie ist der künstlerische Ausdruck einer intensiven Auseinandersetzung Schuberts mit Mozart, besonders der späten g-Moll-Sinfonie. Sie ist Schuberts Hommage an Mozart. Die Sinfonie entstand im Wesentlichen während des Septembers 1816 und wurde kurz nach ihrer Vollendung durch ein Liebhaberorchester in Wien uraufgeführt. Schubert verzichtete für die Instrumentierung - wie Mozart in der g-Moll-Sinfonie - auf Klarinetten, Trompeten sowie Pauken und schrieb neben den Streichern nur eine Flöte, zwei Oboen, zwei Fagotte und zwei Hörner vor.
Der erste Satz ("Allegro") ist nach dem Schema des Sonatensatzes gebaut, doch wird das musikalische Material in Gestalt der reizenden Themen mit einer solchen Leichtigkeit gehandhabt, dass die geschickte und kunstvolle Konstruktion überspielt wird. Auch das wunderbare "Andante con moto" ist ein Beispiel dafür, wie sich hinter scheinbarer Schlichtheit eine hohe satztechnische Virtuosität verbirgt: Melodische Einfälle verbinden sich mit sorgfältig geplanten Proportionen, einer hohen Sensibilität für orchestrale Klangfarben und kontrapunktischen Feinheiten. Einen deutlichen Kontrast bildet das kräftige Menuett ("Allegro molto"), das überraschenderweise in g-Moll steht. Ihm kontrastiert wiederum das in G-Dur stehende Trio mit seinem gelösten Aussingen der Melodie. Der Finalsatz ("Allegro vivace") greift mit seinem Hauptthema auf Haydn, mit dem Seitenthema allerdings wieder auf Mozart zurück. Die Sinfonie endet als heiterer und unbeschwerter Kehraus.
Text: Heidi Rogge

Genre:
Konzert

Spielstätte

Kölner Philharmonie
Bischofsgartenstraße 1
50667 Köln
Linien 5, 12, 16, 18 sowie S-Bahnen S6, S11, S12, alle Nahverkehrszüge und die Busse 132, 170, 250, 260 und 978 bis Dom/Hauptbahnhof

Ihre Eintrittskarte ist zugleich Hin- und Rückfahrkarte 2. Klasse im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS).

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Inhalt: Kölner Kammerorchester · Prague Philharmonia · Gürzenich-Orchester · Brussel Philharmonic · +1