Stadt Troisdorf
4 Aufführungen
Inhalt: Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker · Eric Lu, Klavier · Kölner Kammerorchester · Madama Butterfly
Klavierduo Yaara Tal & Andreas Groethuysen
Christoph Poppen, Dirigent
Joseph Haydn (1732 - 1809)
Sinfonie Es-Dur Hob.I:36
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Konzert für zwei Klaviere und Orchester Nr. 10 Es-Dur KV 365
Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren. Er war der Sohn des Violinisten, Komponisten und Lehrers Leopold Mozart. Wolfgang begann als Dreijähriger Klavier zu spielen und begab sich bereits mit 6 Jahren, gemeinsam mit seiner elfjährigen Schwester Nannerl, auf Konzertreisen nach München und Wien. Von 1763 an unternahmen Vater Leopold und Sohn Wolfgang eine dreieinhalbjährige Konzertreise durch Europa, auf der sie große Erfolge feierten. Zwischen 1769 und 1773 folgten weitere Reisen durch Italien, jedoch mit zunehmend weniger Erfolgen. Die Zeiten zwischen den Reisen nutzte Mozart zum Komponieren. Nach 1773 nahm er in Salzburg die Stellen als Hoforganist und Kaiserlicher Kammerkomponist an. Er starb verarmt in Wien am 5. Dezember 1791.
Die Klavierkonzerte gehören mit zahlreichen Werken zu Mozarts größter Gattung. "Mozart ist der Schöpfer des modernen Klavierkonzerts. In keinem anderen Genre hat ein einzelner Komponist die gesamte Entwicklung so nachhaltig beeinflußt und so Bedeutendes geschaffen wie er. Dabei gelang es ihm im Laufe von nur wenigen Jahren, die Ebene konventioneller Gebrauchsmusik endgültig zu überwinden und individuell geprägte Kunstwerke zu komponieren, die, da sie aus dem historischen Prozeß von Werden und Vergehen hinaustreten, der Interpretation, und zwar ständiger Neuinterpretation, bedürfen. Mit seinen 23 Klavierkonzerten leistete Mozart zudem auch die quantitative Vorarbeit für den späteren enormen Bedeutungszuwachs der Gattung Klavierkonzert im 19. Jahrhundert." (Csampai)
Bevor in Mozarts Klavierkonzertschaffen eine mehrjährige Pause eintrat, entstand Anfang 1779 das Doppelkonzert KV 365 - wohl für gemeinsame Auftritte von Nannerl und Wolfgang. Die wechselvolle und durch den Tod der Mutter belastete Reise der zurückliegenden Monate nach Mannheim und Paris hat in diesem heiter ausgeglichenen Meisterstück keine Spuren hinterlassen. Zum partnerschaftlich-gleichberechtigten Konzertieren des Klaviers mit dem Orchester tritt nun das konzertante Miteinander der beiden Soloinstrumente. Beide lösen sich ständig in der Führung ab, antworten einander spielerisch und oft oktav-versetzt und begleiten sich auch gegenseitig, so dass sich ganz von selber eine behutsame Ausweitung der formalen Satzdimension einstellt. Vieles wird doppelt, oft leicht variiert, ausgesprochen, und es ergeben sich immer wieder zauberhafte Klangeffekte innerhalb der wechselnden Instrumentalkombinationen. Gleich im ersten Satz ("Allegro") nutzt Mozart die drei konzertierenden Klangkörper zu einem fröhlichen Wechselspiel der Gedanken; dramatische Zuspitzungen fehlen hier. Das Hauptthema ist bereits in sich dualistisch angelegt, fanfarenartig beginnend und sodann im Piano singend. Zu Beginn der Reprise trübt sich die melodische Fortspinnung völlig überraschend nach Moll ein. - Der zweite Satz ("Andante") ist romanzenartig angelegt. Es zeigen sich hier die ersten sensiblen Ansätze eines solistischen Holzbläsereinsatzes, ein Wegweiser zu den kommenden Wiener Meisterkonzerten, etwa in dem von Klaviergirlanden dezent umspielten solistischen Terzenthema der Oboen. Diese Melodie entspricht dem 2. Thema eines Sonatensatzes, steht jedoch in der Tonika und kehrt so auch, leicht variiert, in der Reprise wieder. Die Form stellt sich demnach als eine Art vereinfachter Sonatensatz dar, denn es folgt ein durchführungsähnlicher Mittelteil, den die beiden Klaviere bestreiten. Unerschöpflich ist gerade in diesem Satz, einem der poetischsten unter Mozarts Klavierkompositionen, die Kunst des ständigen Variierens und farblichen Kombinierens der melodischen Linien. - Das Finale ("Rondeau. Allegro") rückt das spielerisch-virtuose Konzertieren wieder in den Mittelpunkt; es wird locker und in der Form sehr frei behandelt: Couplets und eingeschobene Episoden fließen ineinander, beherrscht vom Hauptgedanken des Satzes - "Die Katze läßt das Mausen nicht" -, ein altes Volklied, das von Mozart schon einmal, im Bläserdivertimento Es-Dur KV 252, verwendet worden war. Wie im Kopfsatz sind auch hier die Kadenzen auskomponiert und damit unlöslicher Bestandteil der Komposition. Zu Oboen, Fagotten und Hörnern fügte Mozart später (wohl Ende 1781 für eine der Aufführungen in der von ihm veranstalteten Wiener "Akademien") übrigens noch Klarinetten, Trompeten und Pauken hinzu und erreichte so erstmals die volle künftige Standardbesetzung des Orchesters.
Text: Heidi Rogge
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92
Ludwig van Beethoven wurde am 16. Dezember 1770 in Bonn geboren. Er stammte aus einer aus dem Flämischen eingewanderten Musikerfamilie und wurde sehr früh zunächst vom Vater musikalisch ausgebildet, später dann von Christian Gottlob Neefe (ab 1782). Sein erstes öffentliches Konzert gab er - wie Mozart als "Wunderkind" angepriesen - 1778 in einem Kölner Akademiekonzert, ab 1783 veröffentlichte er erste Werke und arbeitete als Organist und Cembalist bei der Bonner Hofkapelle. 1787 begegnete er Mozart während eines Aufenthaltes in Wien, wohin Beethoven auch 1792 übersiedelte. Seit 1793 nahm er u.a. Unterricht bei Joseph Haydn. Parallel zu seinem steigenden Ruhm stellte sich ab 1798 ein rasch wachsendes Gehörleiden ein, welches 1819 zur völligen Ertaubung führte. Er starb am 26. März 1827 in Wien.
Beethoven komponierte seine siebte Sinfonie während der Jahre 1809 bis 1812. Die Uraufführung fand am 8. Dezember 1813 in der Aula der Wiener Universität "zum Besten der in der Schlacht bei Hanau invalid gewordenen österreichischen und bairischen Krieger" statt. In diesem und anderen Konzerten erlangte Beethoven erstmals nach den Misserfolgen der vorhergehenden Sinfonien überwältigende Erfolge. Der zweite Satz der Sinfonie musste in allen Aufführungen wiederholt werden. Zahlreiche Bearbeitungen zeugen ebenfalls von der Beliebtheit des Werkes. Louis Spohr, der in der Uraufführung in den Violinen mitwirkte, beschrieb die Dirigierweise des damals fast völlig tauben Beethoven als sehr exzentrisch: "Beethoven hatte sich angewöhnt, dem Orchester die Ausdruckszeichen durch allerlei sonderbare Körperbewegungen anzudeuten. Bei dem Piano bückte er sich nieder, und um so tiefer, je schwächer er es wollte. Trat dann ein Crescendo ein, so richtete er sich nach und nach wieder auf und sprang beim Eintritt des Forte hoch in die Höhe." Spohr beklagte sich ebenfalls über Beethovens Unvermögen, das Orchester dazu zu bringen, mit ihm Takt zu halten.
Die siebte Sinfonie besitzt die längste Einleitung aller Sinfonien Beethovens. Zwei freundliche Themen bestimmen die romantisch-schwärmerische Grundhaltung der gedanklich selbständigen Einleitung ("Poco sostenuto"). Nach einer witzigen Überleitung zum Hauptthema wird der Satz ("Vivace") von einem hüpfenden Rhythmus beherrscht. Starke dynamische Schwankungen, dramatische Generalpausen und auffallende Modulationen verstärken den Eindruck des Sprunghaften und Wilden. In der Durchführung werden zahlreiche Varianten des Hauptthemas gebildet. Die kontrastbetonte Reprise wiederholt alle Elemente des Satzes und fügt sie schließlich ineinander. Ähnlich wie in seiner fünften Sinfonie verarbeitete Beethoven in diesem Satz kleinste Motive der Melodie. - Der zweite Satz ("Allegretto") ist mit seinem schmerzvollen Thema ein wahrhafter Gegensatz zum ersten Satz. Das Hauptthema, das zunächst von den tiefen Streichern intoniert wird, entwickelte Beethoven aus einem Gedanken, der ursprünglich für das Streichquartett op. 59, Nr. 3 von 1806 bestimmt war. Es erlebt durch den ständigen Impuls der Streicher eine fortlaufende Weiterführung und wird später mit dem zweiten Thema verwebt. - Das übermütig tänzelnde Hauptthema des dritten Satzes ("Presto") verdeutlicht seine unbändige Fröhlichkeit durch eine eigenwillige Rhythmik, starke dynamische Schwankungen und gewagte Modulationen. Das Trio im ruhigeren Zeitmaß erhielt sein Thema angeblich aus einem österreichischen Wallfahrtslied. Seine dritte Wiederholung wird durch Orchesterschläge aufgehalten. - Das Hauptthema des Finales ("Allegro con brio") basiert auf einer irischen Volksmelodie mit Betonung auf den schwachen Taktteilen.
Text: Heidi Rogge
Genre:
Konzert
Konzert | Haydn, Mozart & Beethoven
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Inhalt: Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker · Eric Lu, Klavier · Kölner Kammerorchester · Madama Butterfly
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