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Dorottya Lang | © Zoltan Sarosi
Dorottya Lang | © Zoltan Sarosi

Inhalt

Dorottya Láng, Mezzosopran
Gábor Bretz, Bass
Adam Fischer, Leitung


Joseph Haydn (1732 - 1809)
Sinfonie Es-Dur Hob. I:103
»mit dem Paukenwirbel«

Die beiden Konzertreisen Haydns nach London auf Einladung des Konzertunternehmers Johann Peter Salomon (Dezember 1790 - Juli 1792 und Januar 1794 - August 1795) erbrachten jene beiden Serien von je 6 "Londoner" Sinfonien, mit denen Haydn sein sinfonisches Schaffen triumphierend abschloss und zugleich den Weg freimachte für die neue sinfonische Welt Beethovens. Goethe fasste später die Meinung der Zeitgenossen über diese in der Musikgeschichte einmalige Leistung in den Worten zusammen: "Diese seine Werke sind eine ideale Sprache der Wahrheit, in ihren Teilen notwendig zusammenhängend und lebendig. Sie sind vielleicht zu überbieten, aber nicht zu übertreffen."
Komponiert während Haydns zweitem Aufenthalt in England, wurde die Sinfonie am 2. März 1795 in London uraufgeführt. Im "Morning Cronicle" fanden die Leser am anderen Tage folgende Kritik: "Eine neue Ouvertüre des produktiven und hinreißenden Haydn wurde aufgeführt; wie schon gewohnt, zeigt sie beständig neue Genieblitze, gleichermaßen in der Melodie wie in der Harmonie. Die Introduktion erregte die höchste Aufmerksamkeit, das Allegro gefiel, das Andante wurde noch einmal verlangt, das Menuett, insbesondere das Trio war scherzhaft und lieblich, und der letzte Satz entsprach dem Vorhergehenden, wenn er es nicht übertraf." Bereits diese Kritik hebt wie auch viele spätere Aufführungsberichte besonders die langsame Einleitung des Kopfsatzes hervor (Adagio). Ungewöhnlich wirkt bis heute ihr Beginn in Gestalt eines eintaktigen, unbegleiteten Solos der Pauke, das Haydn weder der Lautstärke noch dem Zeitmaß nach festgelegt hat. Dieser auffällige Paukenwirbel trug der Sinfonie denn auch ihren Beinamen ein. Im weiteren Fortgang des Satzes (Allegro con spirito) fällt die an Beethoven gemahnende intensive motivische Arbeit mit mehreren Themen auf sowie die Aufwertung der Coda, die nicht mehr nur der furiosen Schluss-Steigerung dient, sondern durch den Rückgriff auf die langsame Einleitung zu einer Art von Resümee das ganzen Satzes wird. Kontraste in Moll und Dur bestimmen das Doppelthema, das im zweiten Satz (Andante più tosto Allegretto) zur Grundlage für eine Reihe kunstvoller Variationen wird. Auch dieser Satz hat eine ausgedehnte Coda, die leise beginnt, dann stark moduliert und schließlich mit Paukenwirbel in den gleichen C-Dur-Schluss einmündet, mit dem die letzte Variation schloss. Der "volkstümliche" Charakter des Menuetts (Menuetto) zeigt ein weiteres Mal Haydns Kunst, den höfischen Tanz neu zu deuten als eine nicht dem Adel allein vorbehaltene Tanzform. Hier geschieht dies durch Jodlergesten mit Echoerweiterungen und durch das stampfende Betonen des Metrums. Der Höhepunkt der Sinfonie ist das Finale (Allegro con spirito).Von der formalen Anlage her ist dieser Satz weder Rondo noch Sonaten- oder Variationensatz. Allein der Kontrapunkt bestimmt seine Gestalt. Er kreist um ein einziges Thema. Dreimal kommt Haydn auf dieses Thema, den Ausgangspunkt zurück, und dreimal entfernt er sich wieder von ihm. "Wie sich hier Buffo-Tonfall, kontrapunktische Meisterschaft und strengste thematische Integration miteinander verbinden, ohne dass die Musik ins Schwitzen käme, das gehört zu den Geheimnissen Haydns, von denen das 19. Jahrhundert nichts wissen wollte, wenn es solche Sätze als 'Kehraus' bezeichnete." (Holland)

Béla Bartók (1881 – 1945)
Herzog Blaubarts Burg op. 11
Oper in einem Akt

Seit dem frühen Märchen des Franzosen Charles Perrault von 1697 erlebte die Geschichte von Herzog Blaubart und seiner Burg zahlreiche Ausformungen - bis hin zum Libretto des ungarischen Symbolisten Béla Balázs, das ursprünglich für Bartóks Freund Zoltán Kodály gedacht war. Kodály, den die Vorlage jedoch wenig inspirieren sollte, trat den Text bereitwillig an Bartók ab. In der Handlung von Balász folgt die verliebte Judith dem Herzog Blaubart auf seine Burg. Für ihn hat sie Ihren Verlobten, ihre Eltern und Geschwister zurückgelassen. Von einem liebenden Ehemann ist dort allerdings nicht viel zu spüren. Als sich das Burgtor für immer hinter ihr schließt, findet sie sich in einem dunklen, nassen, eisigen Gemäuer wieder. Mit dem Elan einer frisch Verliebten macht sie sich aber ans Werk, das traute Heim mit Licht, Liebe und Leben zu füllen. Zuerst kommt die Bestandsaufnahme. Sie stellt fest, dass es sieben verschlossenen Türen in der Burg gibt, die ihrer Meinung nach ins Licht und in die Wärme führen müssen. Zu den sieben verschlossenen Türen, die sie vorfindet, fordert sie die Schlüssel, die ihr Blaubart einen nach dem anderen und mit immer größerem Unwillen gibt. Hinter den ersten zwei Türen entdeckt sie die Folterkammer und die Waffenkammer. Tatsächlich wird es in der Burg heller. Die weiteren Türen zeigen die Schatzkammer, den Garten und Blaubarts Land. Es ist nun bereits sehr hell, aber hinter allen Türen war auch Blut zu sehen. Blaubart warnt Judith vor den letzten beiden Türen, aber getrieben von Neugier muss sie auch diese öffnen: Ein Tränensee erscheint hinter der sechsten Tür. Es sind die Tränen seiner früheren Frauen, das Licht trübt sich nun wieder ein. Aus der siebten Türe schließlich treten diese Frauen Blaubarts als Verkörperungen der Morgenröte, der Mittagssonne und der Abenddämmerung hervor. Judith muss die drei Frauen von nun an als Nacht vervollständigen und auch hinter die siebte Tür. Blaubart bleibt in der wieder dunkel gewordenen Burg zurück. Bartóks einzige Oper entstand 1911 innerhalb von nur sechs Monaten, nachdem der Komponist Balázs' Libretto kennengelernt hatte. Bartók reichte sein Werk bei einem Budapester Kompositionswettbewerb ein, wo es als unspielbar abgelehnt wurde. Auf Kodálys Rat arbeitete er es anschließend mehrfach um. Uraufgeführt wurde das Werk schließlich erst am 24. Mai 1918 in Budapest im Königlichen Opernhaus.
Mit seiner einzigen Oper "Herzog Blaubarts Burg" hat der 30-jährige Bartók seinen eigenen, unverwechselbaren Kompositionsstil gefunden. Die ungewöhnliche Formkonzeption ließ ihn zu ebenso ungewöhnlichen Stilmitteln greifen: Nach Judits Eintreffen auf Blaubarts Burg beginnt mit dem Öffnen der sieben Türen ein gewaltiger Spannungsbogen. Bartók ordnet jeder der Türen einen ganz bestimmten Klang zu; die Summe der Klänge ergibt ein dichtes Beziehungsgeflecht, das jedoch nicht theoretisch bleibt, sondern höchst suggestive Klangwirkungen zeigt. Ungarisches Kolorit durchzieht nicht nur das Parlando der Singstimmen, sondern beherrscht auch den rezitierten Prolog, den der Barde zu einer archaisierenden Melodie beginnt: Aus diesem Anfangsmotiv lässt Bartók die ganze Oper sich organisch entwickeln.


Genre:
Konzert

Spielstätte

Kölner Philharmonie
Bischofsgartenstraße 1
50667 Köln
Linien 5, 12, 16, 18 sowie S-Bahnen S6, S11, S12, alle Nahverkehrszüge und die Busse 132, 170, 250, 260 und 978 bis Dom/Hauptbahnhof

Ihre Eintrittskarte ist zugleich Hin- und Rückfahrkarte 2. Klasse im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS).

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