Cookie Consent by Free Privacy Policy Generator website Neue Gesichter im Kölner Kulturleben | Theatergemeinde KÖLN | Ihr Weg zur Kultur

Neue Gesichter im Kölner Kulturleben

Andrés Orozco-Estrada & Ewa Bogusz-Moore


Zwei bedeutende Personalien versprechen frischen Schwung im Kölner Kulturleben: Mit Andrés Orozco-Estrada übernimmt ein international gefeierter Dirigent die musikalische Leitung des Gürzenich-Orchesters, und mit Ewa Bogusz-Moore steht erstmals eine Frau an der Spitze der Kölner Philharmonie. Beide bringen große Erfahrung und internationale Perspektive mit und zugleich den Willen, Qualität zu bewahren und Neues zu wagen.

Der gebürtige Kolumbianer Orozco-Estrada kam mit 19 Jahren nach Wien, wo er an der renommierten Universität für Musik und darstellende Kunst studierte. Dort legte er den Grundstein für eine internationale Karriere, die ihn bald zu den großen Orchestern Europas und Amerikas führte. Bekannt für seine energiegeladene Körpersprache und seine präzise Zeichengebung, verbindet er Leidenschaft und Emotionalität mit einem ausgeprägten Sinn für musikalische Details und große Sensibilität.

Wer ihn bei der Vorstellung des neuen Opernspielplans erlebt hat, konnte seine Begeisterung unmittelbar spüren. Seine erste Premiere als Generalmusikdirektor wird Puccinis „Manon Lescaut“ sein – und wenn er von der Raffinesse dieser Partitur schwärmt, merkt man, wie sehr er sich für dieses Stück begeistert – ein Funke, der von ihm bestimmt mühelos auf das Publikum im Staatenhaus überspringt. Auch in der Philharmonie setzt er klare Schwerpunkte, vor allem im romantischen Repertoire: Brahms, Mahler und Strauss prägen seine erste Saison. Diese Musik ist ihm seit langem vertraut – ob als Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters, Music Director der Houston Symphony oder Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Weltweit war er bei führenden Orchestern zu Gast, etwa den Berliner Philharmonikern, den Wiener Philharmonikern und dem Gewandhausorchester Leipzig. Wo er dirigierte waren Publikum und Presse gleichermaßen begeistert und auch das Kölner Publikum war mit seinen bisherigen Auftritten in der Philharmonie, aber auch seinem Dirigat der Wiederaufnahme der „Carmen“ in der letzten Saison mehr als zufrieden.

Mit Ewa Bogusz-Moore kommt eine erfahrene Kulturmanagerin nach Köln, die auf eine beeindruckende internationale Laufbahn zurückblickt. Nach einem Cellostudium in Breslau und einem Masterabschluss in Kulturmanagement an der City University London arbeitete sie für verschiedene Festivals in Polen und Großbritannien, darunter das Sounds New Music Festival in Canterbury. Am Polnischen Kulturinstitut in London leitete sie den Bereich Musik und Theater und managte das Jugendensemble „I, Culture Orchestra“. Später war sie stellvertretende Direktorin am Adam-Mickiewicz-Institut, wo sie die internationale Vermarktung polnischer Musik verantwortete.

Seit 2018 ist Bogusz-Moore General- und Programmdirektorin des Nationalen Symphonieorchesters des Polnischen Rundfunks in Kattowitz. Zudem ist sie Mitglied der European Concert Hall Organisation und war 2022 Co-Chefin des European Union Youth Orchestra. Auch als Jurorin hat sie sich einen Namen gemacht, etwa beim Pariser Dirigentinnenwettbewerb „La Maestra“.

In Köln will sie Bewährtes fortführen, gleichzeitig aber neue Akzente setzen. Die Qualität des Programms soll unberührt bleiben, doch sollen in den kommenden Jahren neue Formate entstehen, die gezielt ein jüngeres und vielfältigeres Publikum ansprechen. Sie weiß um die Herausforderungen des heutigen Kulturbetriebs: auf der einen Seite ein treues Stammpublikum, auf der anderen die Notwendigkeit, neue Hörerinnen und Hörer zu gewinnen. In der übernächsten Spielzeit wird sie gemeinsam mit ihrem Team das 40-jährige Jubiläum der Philharmonie gestalten – ein Anlass, den sie schon jetzt als Startschuss für Neues begreift.

Mit Orozco-Estrada und Bogusz-Moore sind zwei Schlüsselpositionen in Köln exzellent besetzt. Gemeinsam werden sie dem Kölner Kulturleben eine neue Handschrift verleihen – eine, die neugierig macht auf das, was kommt.

Sebastian Jacobs

Donnerstag, 28. August 2025 | Kritiken

Ewa Bogusz-Moore | © Köln Musik | Lizenz: Creative Commons

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