Berlin Alexanderplatz | Schauspiel Köln
nach Alfred Döblin
Wie soll ein Klassiker mit 560 Seiten in ein zweistündiges Theaterstück passen? Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer hat dies exzellent gelöst. Er hat in seiner Bühnenfassung alle wichtigen Elemente beibehalten und mehr die Inszenierung als den Text sprechen lassen. Die Reizüberflutung auf den Seiten wird auf der Bühne noch intensiviert. Meist läuft im Hintergrund Musik mit einem treibenden Beat. Die Kulisse ist eine Spiegelfläche auf der gezeigt wird, was die Handykameras aufzeichnen, die ständig im Einsatz sind. Die Handys sind überall. Unterbrochen werden die Aufzeichnungen nur, um die Leinwand mit TicToc-Videos zu fluten. Im Hintergrund laufen Videos mit Darstellungen toxischer Männlichkeit, die plötzlich alle gleichzeitig laut gestellt werden. Da ist es hilfreich, dass die Kostüme schlicht gehalten sind. Das Publikum muss schauen, dass es aufmerksam bleibt. Das Stück erklärt sich nicht nur durch die Bilder. In jedem Kapitel wechseln die Schauspieler die Rollen. In jeder Passage ein neuer Franz Biberkopf. Auch der Text ist wichtig. So werden die brutalen Szenen, zum Beispiel von Schlägereien, nicht explizit gezeigt, sondern von einem der Charaktere beschrieben. Die ganze Inszenierung schreit nach einer Pause, die sie nicht kriegt.
Rebecca Jungbluth
Mittwoch, 21. Januar 2026 | Kritiken
Januar 2026
Berlin Alexanderplatz
Schauspiel | Alfred Döblin
Eine Inszenierung mit großem Ensemble in poetischen und prächtigen Bildern
Februar 2026
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Schauspiel | Alfred Döblin
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