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Richard III | Theater im Bauturm

Von William Shakespeare


„There is a tremendous poetry in killings“. Ist das nicht ein schöner Satz? Nicht? Na gut. Der Inhalt wahrscheinlich nicht, aber die Satzkomposition schon. Ein Kill jagt den nächsten, bis Richard endlich den Thron erreicht. Doch in dieser Inszenierung von Alexander Vaassen braucht es nicht drei Stunden. Die Hälfte der Zeit genügt, bis alle Widersacher ausgeschaltet sind. Auch geht es vom Ton her nicht bitterernst zu. Gesprochen wird eine Mischung aus Rheinisch, Hochdeutsch und Englisch. Am Anfang wird direkt klargestellt, dass die Zuschauer nicht immer wissen müssen, was auf der Bühne gerade passiert. Die Schauspielerinnen versprechen, alle auf dem Laufenden zu halten. Davon gibt es nämlich nur drei und sie spielen alle Charaktere in diesem Vielfiguren-Drama. Dabei sind Nicole Kersten, Antonia Kalinowski und Stefanie Winter nicht spezifische Personen zugewiesen sondern alle spielen jeden. So ändert sich immer wieder der Ton, weil jede den Rollen ihre eigene Ausstrahlung gibt. Es kommt keine Langeweile auf, denn schnell ist klar, Lachen ist hier ausdrücklich erwünscht. Die drei Darstellerinnen geben sich die Klinke in die Hand. Es ist ihnen anzumerken, dass sie sich miteinander (und) auf der Bühne wohlfühlen. Schurken machen selten so viel Spaß.
Rebecca Jungbluth

Dienstag, 17. Februar 2026 | Kritiken

Richard III | © Laura Thomas