Gürzenich-Orchester am Montag
8 ausgewählte Konzerte des Gürzenich-Orchesters, immer montags um 20:00 Uhr in der Philharmonie
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Rinat Shaham, Mezzosopran
Susanna Mälkki, Dirigentin
Richard Wagner
Der in Leipzig Geborene vereinigte literarische und musikalische Neigungen in sich. Seit 1827 erhielt er regelmäßigen Musikunterricht und wenig später entstanden Wagners erste Kompositionen. Seit Beginn der dreißiger Jahre wirkte der Komponist als Opernkapellmeister in verschiedenen Städten. 1839 musste der mittlerweile stellungslose und hoch verschuldete Wagner vor seinen Gläubigern über London nach Paris fliehen, wo er sich mit der Anfertigung von Arrangements und schriftstellerischen Gelegenheitsarbeiten durchschlug. In Paris machte er aber nicht nur die Bekanntschaft von Liszt und Berlioz, sondern komponierte auch die Opern „Rienzi“ und „Der fliegende Holländer“. Den Durchbruch zum Erfolg brachte 1842 die Uraufführung des „Rienzi“ in Dresden. Man bot dem Komponisten die Stelle des Hofkapellmeisters an. In die revolutionären Unruhen des Jahres 1848 verwickelt, musste Wagner erneut fliehen. Auf Umwegen gelangte er schließlich nach Zürich, wo er – steckbrieflich gesucht – bis 1858 lebte. 1864 erhielt er ein Angebot des jungen bayrischen Königs Ludwig II., nach München zu übersiedeln. Hier wurden in den folgenden Jahren Wagners große Opern uraufgeführt: „Tristan und Isolde“, „Die Meistersinger von Nürnberg“, „Rheingold“ und „Walküre“. 1872 übersiedelte Wagner nach Bayreuth, wo er 1876 die ersten Festspiele in dem eigens für diesen Zweck erbauten Festspielhaus mit der Uraufführung des kompletten „Ring des Nibelungen“ eröffnete. Auch Wagners letzte Oper „Parsifal“, von ihm selbst als „Bühnenweihfestspiel“ bezeichnet, wurde 1882 in Bayreuth uraufgeführt.
Wesendonck-Lieder
Die fünf Lieder auf Texte von Mathilde Wesendonck, mit der Wagner während seines Zürcher Exils eine leidenschaftliche Beziehung hatte, entstanden von November 1857 bis Mai 1858. Es war dies eine Zeit, die ansonsten ausgefüllt war mit der Konzeption und der Ausführung großer Opern und Musikdramen. Die Lieder sind zum einen Ausdruck einer menschlichen Begegnung, die den Komponisten tief berührte. Zum anderen nehmen sie aber auch eine zentrale Stellung in Wagners Werk ein, als „Ahnung, Entwurf und Skizze einer neuen musikalischen Welt, die sich dem Komponisten in konkreten Klängen und Motivgestalten ankündigte, ehe er noch ihren Umriß und ihre Dimensionen ermessen konnte“ (Oehlmann). Der österreichische Dirigent und Komponist Felix Mottl, der vor allem als Dirigent Wagnerscher Werke große Bedeutung erlangte, fertigte eine Orchesterfassung der ursprünglich zur Klavierbegleitung komponierten Lieder an. Das erste Lied „Der Engel“ („In der Kindheit frühen Tagen“) ist eine poetische Schwärmerei in der Stimmung des „Lohengrin“. Die Melodie wird von schwebenden Harmonien begleitet, welche die Vision der vom Himmel in der Gestalt eines Engels herabschwebenden Geliebten („Ja, es stieg auch mir ein Engel nieder“) musikalisch verdeutlichen. Meditativ ist das zweite Lied „Stehe still“ gehalten („Sausendes, brausendes Rad der Zeit“) mit einer wohl durch die Philosophie Arthur Schopenhauers inspirierten Gegenüberstellung von Bewegung und Ruhe, von Werden und Sein, von Wollen und wunschloser Glückseligkeit. Das dritte Gedicht „Im Treibhaus“ („Hochgewölbte Blätterkronen“) entfaltet das Bild exotischer Pflanzen, die in der Gefangenschaft des Gewächshauses klagen. Seine Vertonung nimmt das Thema vorweg, das im Vorspiel zum dritten Akt des „Tristan“ die Verlassenheit des sterbenden Helden ausdrückt. Auch das vierte Lied „Schmerzen“ („Sonne, weinest jeden Abend“) kann als eine „Studie zu ‘Tristan und Isolde’“ gelten, enthält es doch als Leitmotiv die grelle Dissonanz der großen Septime, die im „Tristan“ als Motiv des den Liebenden feindlichen Tages wiederkehrt. Im letzten Lied „Träume“ („Sag, welch wunderbare Träume“) wird noch einmal der Zauber der Nacht beschworen.
Der Ring ohne Worte
Zusammengestellt von Lorin Maazel
Genre:
Konzert
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