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Bartók, Haydn, Saint-Saëns & Strauss

Gürzenich-Orchester

Kronberg Academy

Andres Orozo-Estrada | © Julia Sellmann
Andres Orozo-Estrada | © Julia Sellmann

Inhalt

Julian Rhee, Violine
Saò Soulez Larivère, Viola
Luka Coetzee, Violoncello
Andrés Orozco-Estrada, Dirigent


Béla Bartók (1881-1945)
Konzert für Viola und Orchester Sz. 12

Béla Bartók wurde in Nagy Szent-Miklós, Ungarn, geboren und erhielt seine erste musikalische Ausbildung durch seine Mutter. Seit 1894 studierte er Komposition in Preßburg, zwei Jahre später Komposition und Klavier an der Musikakademie in Budapest. In seinem kompositorischen Schaffen orientierte er sich anfänglich an Liszt, mit seinen eigenständigen, die Tonalität verlassenden Kompositionen aber erregte er heftigste Ablehnung. Er erhielt zwar 1907 eine Professur für Klavier, doch 1912 zog er sich von jeder öffentlichen Tätigkeit zurück und widmete sich neben seinen Konzertreisen als Pianist ausschließlich dem Komponieren und der Erforschung des ungarischen Volksliedgutes. 1940 emigrierte er in die Vereinigten Staaten, wo es ihm schwer fiel, Fuß zu fassen. Zudem behinderte sein schlechter Gesundheitszustand seine Arbeit stark. Er starb am 26. September 1945 in New York.
Der schwerkranke Bartók schrieb das dreisätzige Bratschenkonzert Sz 120 im Sommer 1945 im Auftrag des schottischen Bratschenvirtuosen William Primrose (1903-1982). Von dem Konzert hinterließ Bartók lediglich Skizzen, darunter aber den vollständigen Solopart. Tibor Serly (amerikanischer Komponist, Dirigent, Bratscher ungarischer Abstammung und Schüler Bartóks) machte sich an die undankbare Aufgabe, die Skizzen zu einem spielbaren Werk herzurichten und ein vollendetes Fragment zu schaffen. Er orchestrierte und ergänzte die Skizzen mit Ausnahme der Teile des ersten Satzes, die Bartók noch im Particell hinterlassen hatte. Die Musikwissenschaft ist sich unsicher, ob und inwieweit die rekonstruierte und ergänzte Fassung den Intentionen des Komponisten entspricht und ob es sich nicht eher um eine Komposition von Tibor Serly handelt, "geschrieben auf Grund von Themen, Skizzen und Ideen Béla Bartóks". Das Konzert wurde am 2. Dezember 1949 in Minneapolis uraufgeführt.
Das Bratschenkonzert ist zwar dreisätzig, doch die einzelnen Sätze gehen ohne Pausen ineinander über. Das Soloinstrument erhält hier einen führenden Charakter, das Orchester ist ihm weitgehend untergeordnet. Der erste Satz ("Moderato") in Sonatenform stellt als Thema eine ruhig strömende Melodie im 4/4-Takt mit einer kleinen Sexte als charakteristischem Anfangsintervall vor. Im weiteren Verlauf führen metrische Verkürzungen zu erregter Bewegung. Die sehr durchsichtige Instrumentation nimmt auf das tiefe Register der Viola Rücksicht. Die Holzbläser sorgen durch schnelle Einwürfe für abwechslungsreiche Passagen. In der Durchführung setzt der Solist improvisatorisch ein, eine Kadenz folgt. In der Reprise werden Gedanken der folgenden Sätze vorausgenommen. Eine rezitierende Überleitung führt zum zweiten Satz ("Adagio religioso - Allegretto"), der sich durch seinen rhapsodischen Charakter auszeichnet. Eine nachdenkliche, fast meditative Stimmung stellt sich ein. Der Satz erinnert an einen ruhigen Dialog, der zwischen Solist und Orchester geführt wird. Das Hauptmotiv des ersten Satzes klingt erneut auf und führt zum Finalsatz ("Allegro vivace"). Dieser wird von der Reminiszenz an beschwingte Tanzfolklore dominiert. In den Verlauf eingebunden ist dabei als zweites Thema eine Dudelsackimitation. Das Hauptthema setzt wieder mit siegender Macht ein und führt den Satz, der an den Solisten beträchtliche Anforderungen stellt, zum Schluss.
Text: Heidi Rogge

Joseph Haydn ( 1732 - 1809)
Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 D-Dur Hob. VIIb:2


Camille Saint-Saëns (1835-1921)
Konzert für Violine und Orchester Nr. 3 h-Moll op. 61

Camille Saint-Saëns wurde 1835 in Paris geboren. Seine Mutter erteilte ihrem begabten Sohn bereits in dessen Kindheit Klavierunterricht. In jene Zeit fielen bereits erste Kompositionsversuche, mit 11 Jahren gab er sein erstes Konzert und wurde 1848 vom Conservatoire in Paris aufgenommen, wo er Kompositionsschüler von Fromental Halévy wurde. Im Jahr 1853 wurde Saint-Saëns Organist an St. Marie und 1857 an der Madeleine. 1861 wurde er von der Schule Niedermeyer als Klavierlehrer verpflichtet. Seine erste Oper schrieb er 1865, die aber erst 1877 auf die Bühne kam. Auch seine nächsten Opern hatten nur mäßigen Erfolg. Als Instrumentalkomponist wurde er jedoch allseitig anerkannt. Er galt als Wortführer und Wegbereiter der modernen französischen Sinfonik und wurde mit Ehrungen und Anerkennungen überhäuft. 1921 starb er in Algier.
Die französische Musik der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stand in dem Ruf, sich einzig und allein der Oper, dem Ballett und der Romanze zu widmen. Es gab jedoch immer eine Gegenströmung, die sich für eine Pflege der traditionellen Musikformen wie etwa dem bei den deutschen Romantikern so beliebten Solokonzert einsetzte. Zu den Vertretern dieser Strömung gehörten u.a. auch César Franck und Camille Saint-Saëns mit ihren Schülern. Sie wollten die Form des Solokonzertes wiederbeleben, für das es in der französischen Musik seit dem Tod von Jean-Marie Leclair im Jahr 1764 keine eigenen Musiktraditionen entstammendes Vorbild mehr gab.
Saint-Saëns zielte mit seinen Konzerten auf eine dialogische Durchdringung von Solo- und Orchesterpart nach dem Vorbild Mozarts und Beethovens. In ihrer Kombination von Virtuosität und kompositorischer Substanz haben sich die meisten seiner Instrumentalkonzerte als lebensfähig erwiesen. Das dritte Violinkonzert schrieb er 1880. Es ist, wie die anderen Violinkonzerte des Komponisten, Pablo de Sarasate gewidmet. Im ersten Satz trägt der Solist das Thema vor, das Gegenthema führt zu einer interessanten Durchführung, bei der das Orchester dominiert. Nach der Reprise schließt sich die Coda an, die das erste Thema verarbeitet. Der zweite Satz, ein Siciliano in B-Dur, wird in seinem ruhigen Melodienfluss von einer leidenschaftlichen Episode unterbrochen; die Coda voller Flageoletts bringt einen reizenden Abschluss des Satzes. Das Finale bietet eine kurze Auseinandersetzung des Solisten mit dem Orchester, ehe das Hauptthema erscheint und das Stück mit virtuosen Wendungen beendet.
Text: Heidi Rogge

Richard Strauss (1864 - 1949)
Der Rosenkavalier – Suite op. 59, TrV 227

Nachdem Strauss mit "Salome" und "Elektra" die antiken Stoffe für die Oper ausgereizt hatte, tauchte bereits kurz nach der "Elektra"-Premiere 1909 die Idee einer ganz anderen Oper auf: einer komischen Oper, die im Wien der Maria Theresia angesiedelt sein sollte. Hugo von Hofmannsthal machte sich mit Feuereifer daran, ein Libretto für dieses Projekt zu verfassen. Als Grundlage dienten ihm die Tagebücher des kaiserlichen Obersthofmeisters Johann Josef Khevenhüller-Metsch aus den Jahren 1742 bis 1755. Hofmannsthal gelang es hervorragend, das Milieu des Theresianischen Wien zu treffen.
Der Briefwechsel zwischen Hofmannsthal und Strauss während der Entstehung des Werkes ist ein wichtiges Stück anschaulicher Operngeschichte. Schon im September 1910 war die Partitur vollendet; die Uraufführung fand am 26. Januar 1911 in Dresden unter Ernst von Schuch statt. Aus dem früheren Bürgerschreck Strauss war nun der erfolgreichste Komponist der spätbürgerlichen Gesellschaft geworden. Nur der deutsche Kaiser Wilhelm II. urteilte: "Nee, dat is keene Musik für mich."
Aus dem "Rosenkavalier" werden heute Abend in einer Suite bekannte und beliebte Ausschnitte instrumental aufgeführt.
Text: Christoph Prasser

Genre:
Konzert

Spielstätte

Kölner Philharmonie
Bischofsgartenstraße 1
50667 Köln
Linien 5, 12, 16, 18 sowie S-Bahnen S6, S11, S12, alle Nahverkehrszüge und die Busse 132, 170, 250, 260 und 978 bis Dom/Hauptbahnhof

Ihre Eintrittskarte ist zugleich Hin- und Rückfahrkarte 2. Klasse im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS).

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November 2026

Fr.
20.
Nov
Freitag, 20. November 2026 | 19:00 Uhr | Kölner Philharmonie

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Konzert | Bartók, Haydn, Saint-Saëns & Strauss

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