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Alessandro Scarlatti

Kain und Abel

Oratorium in zwei Teilen

Eine packende Dramatisierung des ersten Mordes der Menschheit, gekleidet in virtuose Barockklänge.

Kain und Abel | © Teresa Rothwangl
Kain und Abel | © Teresa Rothwangl

Inhalt

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikalische Leitung: Rubén Dubrovsky
Inszenierung: Dietrich W. Hilsdorf
Bühne: Dieter Richter
Kostüme: Nicola Reichert
Licht: Andreas Grüter
Dramaturgie: Christian Schröder / Stephan Steinmetz

Personen
Kain
Abel
Eva
Adam
Gott
Teufel
Laute / Theorbe I
Laute / Theorbe II


Handlung
Akt 1: Nach der Vertreibung aus dem Paradies leiden Adam und Eva an Schuldgefühlen. Gemeinsam mit den Söhnen Kain und Abel planen sie Brandopfer, um Gott versöhnlich zu stimmen. Während bei Abels Oper die Flammen züngeln, bleibt Kain nur ein rußiges Flämmchen. Kain fühlt sich von Gott zurückgewiesen. Enttäuscht öffnet er sein Ohr für das Geflüster des Teufels, der ihn gegen Gott und die Familie und zum Mord an Abel aufstachelt.

Akt 2: Kain und Abel spazieren über die Felder und rasten an einem Bach. Kain erschlägt den schlafenden Abel mit einem Stein. Gott verflucht Kain, er werde von den Menschen geächtet und am Leben selbst leiden. Markiert für alle Welt wird er durch ein Mal auf der Stirn. Der Teufel versucht vergeblich ihn aufzuheitern.
Die Stimme Abels kündet Adam und Eva von der Tat. Die Eltern betrauern den ermordeten wie den vermissten Sohn. Sie wenden sich an Gott, der versichert ihnen seine Gegenwart und eine freudige Zukunft.

Zum Werk

Es ist der erste Mord der Menschheitsgeschichte, notiert im Alten Testament (Genesis 4), den Allessandro Scarlatti hier zum Thema seines Oratoriums macht. Brudermord wie Kainsmal sind in die der DNA der jüdisch-christlichen Tradition von Anfang an als Mahnung eingeschrieben.
Dabei hat sich Allessandro Scarlatti durchaus auch als Opernkomponist einen Namen gemacht, war viele Jahre am königlichen Hof in Neapel für das Theater zuständig und komponierte z.B. für Ferdinando de Medici Opern zur Karnevalszeit in Florenz und Venedig. Insgesamt umfasst sein Opernschaffen über 30 Werke. Seine Musik verbindet die kontrapunktische Struktur der römischen Schule mit der Dramatik und Frische der neapolitanischen Opern und wird als dramatisch wahrgenommen.

Für seine Lehrjahre, sein Einkommen und seine Förderer aber war Rom von zentraler Bedeutung. Kirchenmusik war somit ein wichtiges Standbein für den gebürtigen Sizilianer Scarlatti.
Früh gelingt ihm der Eintritt in Kreise wie die Accademia Reale, gegründet von Christine von Schweden und wichtiger Treffpunkt von kirchlichen Würden- und Entscheidungsträgern. Dort lernt er auch seine späteren Mäzene kennen, unter ihnen Francesco Maria Ruspoli und den Kardinal und Literaten Pietro Ottoboni. Im Umfeld dieser Akademie entstanden auch zahlreiche weltliche Kantaten.

Immer wieder kommt es in Rom nicht nur zur Einschränkung bei den Aufführungen von Opern, zeitweise verbietet Papst Clemens XI auch insgesamt Feiern mit weltlicher Musik während des Karnevals. Für Scarlatti ist die Komposition geistlicher Musik daher wichtig. Zeitweilig geriet er aber auch mit seiner in Kirchen aufgeführten Musik zwischen die Fronten, so z.B. 1703. Als er im Sommer zwei aufsehenerregende Aufführungen von Vesperkompositionen in Santa Maria in Montesanto und San Marco leitet, wendet sich das Publikum vom Altar zu den Tribünen über den Eingangsportalen. Die Kirchenmänner sehen sich in ihrer Furcht bestätigt, die Musik könne von den Inhalten ablenken und so wird direkt der Aufbau solcher Tribünen für das Folgejahr verboten.

Obgleich als Oratorium geschrieben, trägt „Cain, overo Il primo omicidio“ deutliche opernhafte Züge. So fehlen der für Oratorien typische Erzähler sowie ein Chor. Stattdessen wird die Handlung von den Charakteren selbst bestritten. Wie in der damaligen Oper wechseln sich Rezitative und Arien. Uraufgeführt wurde das Werk vermutlich in der Fastenzeit 1707 in Venedig.

Die originale Instrumentalbegleitung besteht lediglich aus Streichern und Basso continuo, dazu kommen in Köln Lauten, insbesondere Theorben, erkennbar an ihrem langen Hals. Intensiviert wird der Ausdruck durch Accompagnato-Rezitative an eindringlichen Passagen wie dem Auftritt der Stimme Gottes oder Stimme Abels nach dessen Tod. Scarlatti verwendete dabei zwei unterschiedliche Techniken: Die Stimme Gottes wird ausschließlich von gehaltenen Akkorden begleitet, die Stimme Abels hingegen hat eine bewegte Begleitung.

Eine Besonderheit dieses Werks ist, das Gott und Teufel selbst auftreten. Während der Teufel um 1700 bereits eine etablierte und überaus beliebte Bühnenfigur ist, wurde Gott aus theologischen Gründen nicht figürlich dargestellt. Üblich war die mehrstimmige Vertonung und der Vortrag durch einen Chor oder die Übermittlung des göttlichen Wortes durch einen himmlischen Boten.


Die Inszenierung von Dietrich W. Hilsdorf, kommt als Übernahme vom Aalto-Theater Essen nach Köln, wo sie 2020 Premiere feierte. Hilsdorf legt den Fokus auf den existenziellen Kern der biblischen Urgeschichte. Der erste Bruderkonflikt erscheint als zeitloses Menschheitsdrama, geprägt von Neid, Schuld und der verzweifelten Suche nach Anerkennung. Wo Gott im Libretto als Stimme aus dem Off erklingt, greift er bei Hilsdorf als Figur in die Handlung ein.
Mit Rubén Dubrovsky steht ein Spezialist für barocke Musik am Pult, der Musik in kraftvolle Intensität verspricht, die präzise und expressiv zugleich ist.


Genre:
Oper

Spielstätte

Opernhaus Köln
Offenbachplatz 1
50667 Köln
Linien 1, 7, 9, 136, 146 bis Haltestelle Neumarkt
Linien 3, 4, 5, 16, 18 bis Haltestelle Appellhofplatz

Die Eintrittskarte ist Fahrausweis im erweiterten VRS-Netz (2. Klasse) ab 4 Stunden vor der Veranstaltung bis Betriebsschluss in der Nacht.

Tickets & Termine

November 2026

Do.
05.
Nov
Donnerstag, 05. November 2026 | 19:30 Uhr | Opernhaus Köln

Kain und Abel

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So.
08.
Nov
Sonntag, 08. November 2026 | 16:00 Uhr | Opernhaus Köln

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Sa.
14.
Nov
Samstag, 14. November 2026 | 19:30 Uhr | Opernhaus Köln

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Fr.
27.
Nov
Freitag, 27. November 2026 | 19:30 Uhr | Opernhaus Köln

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Dezember 2026

So.
06.
Dez
Sonntag, 06. Dezember 2026 | 18:00 Uhr | Opernhaus Köln

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Di.
15.
Dez
Dienstag, 15. Dezember 2026 | 19:30 Uhr | Opernhaus Köln

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Mi.
30.
Dez
Mittwoch, 30. Dezember 2026 | 19:30 Uhr | Opernhaus Köln

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Spielzeit 2026/27