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Mythos, Musik und Melancholie

"Maria de Buenos Aires" | Oper Köln


Mit „Maria de Buenos Aires“ bringt die Oper Köln ein faszinierendes Werk auf die Bühne, das sich mit seiner Mischung aus Tango, Theater und Poesie jeder klaren Kategorisierung entzieht – und genau darin liegt sein Reiz. Regisseurin Teresa Rotemberg gelingt es, Piazzollas und Ferrers schillernde „Tango-Operita“ als atmosphärisch dichtes Mosaik zu inszenieren, das zwischen politischem Subtext, existenzieller Körperlichkeit und musikalischer Poesie changiert.

Rotemberg verzichtet klugerweise auf eine forcierte Handlung und setzt stattdessen auf assoziative Bilder und starke choreografische Momente. Ihr Ensemble agiert mit großer physischer Präsenz, besonders das Tanzensemble überzeugt mit Ausdrucksstärke und Energie. Die Bühne bleibt weitgehend leer – ein mutiger, aber wirkungsvoller Ansatz, der dem Stück Raum zur Entfaltung lässt. Videoprojektionen von Stefan Bischoff und die stilvollen Kostüme von Tanja Liebermann setzen feine Akzente, ohne je zu überfrachten.

In der Titelrolle brilliert Adriana Bastidas Gamboa mit enormer stimmlicher Bandbreite und intensiver Bühnenpräsenz. Ihr Maria ist verletzlich und wild, mystisch und greifbar zugleich. German Enrique Alcantara überzeugt mit ausdrucksstarker Stimme, die gerade in den Piani von bemerkenswerter Schönheit ist. Tatiana Saphir rundet das Ensemble als Erzählerin mit scharfem Gespür für die bildgewaltige Sprache des Werkes ab.

Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Natalia Salinas, die mit dem Gürzenich-Orchester Piazzollas „Tango Nuevo“ in all seiner Vielschichtigkeit zum Leuchten bringt. Besonders Omar Massa am Bandoneon sorgt beim Publikum für Begeisterung.

Ein Abend, der berührt und nicht zuletzt dank Piazzollas einmaliger Musik überzeugt – verdienter Jubel für eine beeindruckende Produktion.

Sebastian Jacobs

Dienstag, 27. Mai 2025 | Kritiken

Maria de Buenos Aires | © Thilo Beu

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